Industrie 4.0

»Industrial Digital Twin Association« gegründet

5. Oktober 2020, 11:46 Uhr | WEKA FACHMEDIEN, Newsdesk
Industrie 4.0
Digitale Zwillinge für Industrie 4.0 sollen Open Source entwickelt werden.
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Bitkom, VDMA und ZVEI haben gemeinsam mit 20 Firmen aus Maschinenbau und Elektroindustrie die »Industrial Digital Twin Association« (IDTA) gegründet. Sie soll als Nutzerorganisation für Industrie 4.0 die Open-Source-Entwicklung des digitalen Zwillings für Industrie 4.0 forcieren.

Ziel des Vereins »Industrial Digital Twin Association« (IDTA) ist es, die parallel verlaufenden Entwicklungsstränge zum industriellen, digitalen Zwilling zusammenzubringen und gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen Open Source zu entwickeln. Anwender profitieren dabei von den frühen Einblicken in die Digitalisierung der Industrieprodukte. Dies reduziert Aufwand, Integrationszeit und -kosten in der eigenen Wertschöpfung.

Kern für Industrie 4.0

Der digitale Zwilling dient im Industrie-4.0-Einsatz als Schnittstelle der physischen Industrieprodukte in die digitale Welt. Dadurch kann die durchgängige Datenverfügbarkeit entlang des gesamten Lebenszyklus – von der Produktplanung und Entwicklung über Produktion und Inbetriebnahme bis zur Nutzung und Recycling – abgebildet werden. Damit verbunden sind Potenziale für neue Geschäftsmodelle sowohl für kleine und mittelständische Fabrikausrüster als auch für große Endanwender beispielsweise aus der Fahrzeug- und Prozessindustrie.

Mehrwerte durch Nutzerorganisation

Die neue Nutzerorganisation IDTA betreibt aktives Technikmanagement und koordiniert und stärkt die Interessen und die Investitionen der teilnehmenden Akteure. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Matthias Bölke von Schneider Electric gewählt. Stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Eigentümer von Asentics. »Die Exzellenz der deutschen und europäischen Industrie bei der Entwicklung industrieller Produkte ist weltweit anerkannt. Nun ist es an der Zeit, das digitale Ökosystem rund um diese Produkte weltweit mit dem gleichen Qualitätsanspruch zu gestalten«, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA.

»Wir stehen vor der einmaligen Chance, durch den Schulterschluss von Maschinenbau und Elektroindustrie die digitale Wertschöpfung in der Industrie für die nächsten Jahrzehnte zu prägen. Und dies zum Nutzen nahezu aller Wirtschaftszweige, vom Produzenten bis hin zum Endanwender«, ergänzt Gunther Koschnick, ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Automation. »Wir freuen uns, dass wir über VDMA und ZVEI eine neutrale, gleichwohl aber industrieorientierte global durchschlagsfähige Plattform erhalten, die die Kerntechnologie des Digitalen Zwillings für Industrie 4.0 als Open-Source-Lösung in die Welt tragen wird«, betont Frank Melzer, der als Leiter des Lenkungskreises der Nationalen Plattform Industrie 4.0 die Vereinsgründung mitinitiiert hat.

Neben den Verbänden Bitkom, VDMA und ZVEI gehören zu den Gründungsmitgliedern ABB, Asentics, Bosch, Bosch Rexroth, Danfoss, Endress+Hauser, Festo, Homag, KUKA, Lenze, Pepperl+Fuchs, Phoenix Contact, SAP, Schneider Electric, Schunk, Siemens, Trumpf, Turck, Volkswagen und Wittenstein.


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BITKOM e. V., ZVEI Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie e.V., VDMA Verband Deutscher Maschinen- u. Anlagenbau e.V.