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Vario-X von Murrelektronik auf der SPS

»Die Tage des Schaltschranks sind gezählt«

Automatisierungsplattform Vario-X von Murrelektronik
Mit der Automatisierungsplattform Vario-X von Murrelektronik lässt sich Sensorik und Aktorik schaltschranklos und dezentral ins Feld bringen.
© Murrelektronik

»Vario-X« ist laut Hersteller Murrelektronik die erste Automatisierungsplattform, die Sensorik und Aktorik schaltschranklos und dezentral ins Feld bringt. Ein digitaler Zwilling spart Kosten und Zeit bei Planung, Installation, Betrieb und Service.

Zunehmende Digitalisierung, kürzere Entwicklungszyklen, höhere Kundenanforderungen und wachsender Fachkräftemangel – die Welt der Automatisierung wandelt sich schnell. Angesichts dessen präsentiert Murrelektronik auf der SPS 2021 die modulare und flexible Automatisierungsplattform Vario-X, mit der sich dem Unternehmen zufolge sämtliche Automatisierungsfunktionen erstmals komplett dezentral, also ohne Schaltschrank-Architektur, realisieren lassen. Vario-X bringt Sensorik und Aktorik ins direkte Maschinenumfeld und sorgt bei der nahtlosen Integration dezentraler Servoantriebe für ein zuverlässiges Spannungs-, Signal- und Datenmanagement.

Herzstück von Vario-X sind robuste, wasser- und staubdichte Gehäuse in Schutzart IP65, die die Spannungsversorgung, Steuerung, Switches, Sicherheitstechnik und I/O-Module enthalten. Sie lassen sich nebeneinander in eine ebenso robuste Backplane mit integrierten Maschinenbauprofilen einrasten. So kann die gesamte Station ohne weiteren Schutz an allen gängigen Profilsystemen befestigt werden und hält im Extremfall sogar Trittbelastungen stand. Ausgestattet mit einer Multicore-CPU lässt sich der Vario-X-Controller als offene Steuerungsplattform in alle übergeordneten Industrial-Ethernet-Netzwerke einbinden.

100 Prozent schaltschranklose Automatisierung

Die Installation und Verkabelung der Sensorik und Aktorik erfolgt nach dem Plug-and-Play-Prinzip mit vorkonfektionierten M12- und MQ15-Steckern fehlerfrei und in kurzer Zeit. Reicht eine Station für die gesamte Maschinensteuerung nicht aus, können problemlos weitere Stationen etwa für eine zusätzliche Stromeinspeisung dezentral in der Maschine platziert und miteinander verbunden werden. Ebenso lassen sich einzelne I/O-Module auch ganz ohne Backplane direkt an der Sensorik/Aktorik installieren, um Signale direkt dort einzusammeln. Das entschlackt die Maschinenanbauten und verschlankt die Kabelarchitektur.

»Vario-X bietet 100 Prozent dezentrale, schaltschranklose Automatisierung«, erläutert Olaf Prein, Leiter Global Business Unit Automation bei Murrelektronik. »Unsere Automatisierungsplattform sorgt für modulare und transparente Prozesse, eine höhere Wertschöpfung in allen Unternehmensbereichen und damit mehr Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Maschinen- und Anlagenbau. Allein dank des durchgängigen Installationskonzepts verkürzt Vario-X die Dauer einer Maschineninstallation um rund 40 Prozent.«

Digitaler Zwilling für Planung, Installation, Betrieb und Service

Vario-X sind aber nicht nur Backplanes, Steuerungen oder Kabel. Die mit Vario-X automatisierte Anlage hat von Anfang an einen digitalen Zwilling: Ein bewegliches 1:1-Abbild der realen Anlage, das alle Funktionen und Parameter des späteren Systems umfasst, und zwar schon in der Projektphase, bevor auch nur das erste mechanische Bauteil bestellt oder montiert wurde. Dafür kinematisiert Murrelektronik die Konstruktions-Dateien von Maschinen und Anlagen in einer speziellen Software, in der dann die späteren Bewegungen und Abläufe simuliert werden können. Im Digitalen Zwilling läuft dasselbe Steuerungsprogramm wie später in der realen Maschine. Zudem lässt sich die digitale Anlage per Augmented Reality (AR) auf dem Handy oder Tablet direkt in die spätere Produktionshalle „stellen“, um alle Bewegungsabläufe in Funktion vorab virtuell betrachten zu können.

»Das alles reduziert die Montage- und Inbetriebnahmezeit stark, weil viele Probleme, die während der Montage entdeckt werden, nun erst gar nicht auftreten«, fasst Olaf Prein die Vorzüge des Digitalen Zwillings zusammen. Hinzu kommt, dass Monteure den Digitalen Zwilling als ‚3D-Bauplan‘ nutzen können, etwa per AR-App oder Virtual-Reality-Brille. Das funktioniert oft deutlich schneller, als einen in 2D gezeichneten Plan zu verstehen.

»Mit Vario-X liefern wir die Antwort auf die drängenden Fragen und Herausforderungen in der Automatisierungstechnik, wenn es um Produktions-, Anlagen- und Installationsplanung geht«, resümiert Olaf Prein. »Vario-X hilft dabei, ‚silogetriebene‘ Planung zu vermeiden und statische Planungsprozesse aufzubrechen.«

Murrelektronik auf der SPS 2021: Halle 9, Stand 325


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