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Projekt gegen Lebensmittelverschwendung

Datenplattform für komplexe Wertschöpfungsketten


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Warum ist die Plattform notwendig?

Das Logo der REIF-Plattform
Das Logo der REIF-Plattform
© REIF

Wenn aber nun die Funktion der REIF-Plattform auf die Vermittlung und Abwicklung des Datentauschs beschränkt ist und dabei auch in Zukunft vieles bilateral ausgehandelt werden muss, wozu braucht man die Plattform dann überhaupt? Diese Frage begegnet Dirk Mayer regelmäßig. Tatsächlich – so seine Antwort – braucht man die Plattform nicht unbedingt, technisch lassen sich die in REIF entwickelten KI-Algorithmen und Dienste auch ohne sie realisieren. Aber mit der REIF-Plattform lassen sich die Dinge einfacher und besser umsetzen. Ihr Mehrwert liegt vor allem auf betriebswirtschaftlicher Ebene: Indem die Plattform der Ort ist, an dem Anbieter und Nachfrager von Daten aus der Lebensmittelproduktion zusammenkommen, sinken für bei Seiten die Suchkosten. Die Nachfrager müssen sich nicht mehr mühsam auf die Suche nach den gewünschten Daten begeben und einen Anbieter nach den anderen abklappern, sondern bekommen stattdessen zentral auf der REIF-Plattform einen Überblick, welche Daten es gibt und wofür sie sich einsetzen lassen. Über die Plattform können sie sofort mit den Anbietern dieser Daten in Kontakt treten. Umgekehrt erhalten die Datenanbieter über die Plattform ohne eigenes Zutun einen breiten Marktzugang. Dabei sinken dank der über die Plattform einheitlich bereitgestellten Schnittstellen sowohl für Anbieter als auch für Nachfrager die Transaktionskosten des Datentauschs.

Relevante Anbieter

Konsortialpartner des REIF-Projekts
Konsortialpartner des REIF-Projekts
© REIF

Mit KI-Services Lebensmittelverschwendung vermeiden

Die Plattform schafft die Voraussetzungen, um Verfahren der Künstlichen Intelligenz im gesamten Wertschöpfungsnetzwerk der Lebensmittelindustrie einzusetzen. Im Projekt werden in mehreren Teilprojekten KI-Dienste entwickelt, die sowohl lokal als auch ganzheitlich ansetzen können. Dabei geht es im Wesentlichen darum, Prozesse bei Herstellung, Verarbeitung und Handel von Lebensmitteln zu optimieren. So sollen beispielsweise durch das Retrofitting von Anlagen mit Sensorik und IoT-Infrastrukturen Daten gewonnen werden, auf deren Grundlage sich KI-Algorithmen entwickeln lassen, die die Zuverlässigkeit der Produktion überwachen und sicherstellen – und so Ausschuss vermeiden.

In einem bereits abgeschlossenen Teilprojekt wurde ein KI-gestütztes Vorhersagemodell für die Pumpfähigkeit einer Käsemasse im Verarbeitungsprozess entwickelt. Damit lassen sich Verstopfungen im Produktionssystem und der damit verbundene Ausschuss vermeiden. Weitere KI-Dienste entwickeln die REIF-Projektpartner zunächst für die Branchen Molkerei, Fleisch und Backwaren. Auf diese Weise wird die Plattform beim Go-Live bereits mit einer kritischen Masse an Teilnehmern starten können.


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