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Theva: Grund zum feiern

Großaufträge und neues Geld für Expansion

20. August 2021, 14:03 Uhr   |  Heinz Arnold

Großaufträge und neues Geld für Expansion
© Theva

Blick in die Fertigung von Theva: Dort produziert das Unternehmen die HTS-Bandleiter, auf deren Basis beispielsweise supraleitende Kabel entstehen.

Pünktlich zum 25. Geburtstag hat HTS-Supraleiter-Spezialist Theva mit den bestehenden Gesellschaftern die fünfte Finanzierungsrunde abgeschlossen, um sich auf erste Großaufträge vorzubereiten.

Ausgegründet aus der Technischen Universität München im Jahre 1996 gehört Theva Dünnschichttechnik mit Sitz in Ismaning bei München heute zu den am längsten tätigen und erfolgreichsten Unternehmen im Bereich der Hochtemperatur-Supraleitung (HTS). Die Firma ist der einzige europäische Hersteller von hochwertigen HTS-Leitern für die Magnet- und Elektrotechnik.

Weit über die Materialherstellung hinaus treibt Theva zudem den Einsatz der Supraleiter-Technologie für den klimafreundlichen Umbau der Energietechnik aktiv voran. Kapitalgeber der fünften Finanzierungsrunde sind eCAPITAL, Bayern Kapital, Target Partners, die Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG) und Teile des Managements. Der Hersteller von Hochtemperatur-Supraleitern bereitet sich damit für die ersten Großaufträge aus dem Bereich Magnettechnik und für eine Wachstumsfinanzierungsrunde vor.

Supraleitermarkt ist in entscheidender Phase

»Der Supraleitermarkt befindet sich gerade in einer entscheidenden Phase. Aus der Magnettechnik werden erstmals Materialmengen angefragt, die unsere Kapazität übersteigen und auch die Energiewende nimmt deutlich an Fahrt auf. Die absehbare Umstellung des gesamten Energiesystems wird zur nächsten Welle der Elektrifizierung führen, in der die Supraleitung ihre unschlagbaren Vorteile ausspielen kann und eine entscheidende Rolle für eine hocheffiziente Stromübertragung spielen wird«, sagt Dr. Werner Prusseit, Geschäftsführer von Theva.  Der Unternehmensgründer zeigte sich sehr dankbar für die Geschlossenheit im Gesellschafterkreis: »Wir freuen uns sehr, verlässliche Partner mit im Boot zu haben, die an uns glauben und uns unterstützen. Gemeinsam wollen wir die nächsten wichtigen Schritte realisieren.«

Der Aufbau des supraleitenden Kabels von NKT, wie es in München über eine Strecke von 12 km zwei Umspannwerke verbinden soll. Basis bilden die HTS-Bandleiter von Theva.
© NTK

Der Aufbau des supraleitenden Kabels von NKT, wie es in München über eine Strecke von 12 km zwei Umspannwerke verbinden soll. Basis bilden die HTS-Bandleiter von Theva.

12-km-HTS-Kabel für München

Neben der Herstellung von Supraleitern mit hoher Leistungsdichte gestaltet Theva mit Industriepartnern auch aktiv die Landschaft der Supraleiteranwendungen. Das derzeit weltweit sicher spektakulärste Projekt ist die Entwicklung eines kompakten Hochleistungskabels für den Umbau des Stadtnetzes in München. Im Rahmen dieses »SuperLink«-Projekts arbeitet ein Industriekonsortium bestehend aus Theva, dem Kabelhersteller NKT und Linde für die Kältetechnik sowie zwei Instituten, der Hochschule Südwestfalen und dem Karlsruhe Institut für Technologie (KIT), an der technischen Auslegung und Zertifizierung der Kabelkomponenten. »Die Realisierung einer 12 Kilometer langen 500-MW-HTS-Kabelanbindung des Münchner Südens an die Haupteinspeisung im Norden sehen wir als Türöffner und als Signal für Netzbetreiber vieler anderer Ballungsregionen, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor ähnlichen Herausforderungen beim Umbau ihrer Netze stehen werden«, so Prusseit.

Weitere Projekte im Spulen- und Magnetbau belegen das stark wachsende Interesse an der Technologie aus der verarbeitenden Industrie, der Medizintechnik, Fusionsforschung und beim elektrischen Fliegen.

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THEVA Dünnschichttechnik GmbH