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Projekt CleanScreen

Keine Angst mehr vor verkeimten Displays

23. April 2021, 14:30 Uhr   |  Kathrin Veigel

Keine Angst mehr vor verkeimten Displays
© eakkachai halang/shutterstock

Die UV-C-Inaktivierung von Pathogenen macht Touchscreens steril.

An öffentlichen Automaten werden die Eingabebildschirme nach dem Benutzen meist nicht gereinigt – aus hygienischer Sicht kritisch. Dieses Problem gehen das Fraunhofer-Institut FEP und seine Entwicklungspartner nun an. Ihre Lösung: eine automatisierte, kontinuierliche Reinigung von Touchdisplays.

Die hohe Nutzerfrequenz von Touchdisplays im öffentlichen Raum stellt eine potenzielle Gefahrenquelle zur Keimübertragung dar. Schnell hat man sich dort ein paar Keime, Bakterien oder Viren eingefangen. Dem will nun das Projekt CleanScreen begegnen. Dabei entwickelt das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) gemeinsam mit den Partnern Fischer Electronicsysteme, RBC und GMBU e.V. (Fachsektion Halle) eine automatisierte Hygienisierungslösung, mit der der Bildschirm in kürzester Zeit desinfiziert wird, ohne dafür jedes Mal manuell reinigen zu müssen.

So funktioniert es

Eine LED-basierte UV-Quelle desinfiziert kontinuierlich im Inneren des Automaten eine verschiebbare Displayoberfläche, die nach jedem Benutzervorgang bewegt wird. Jeder Nutzer erhält quasi eine frische Oberfläche. So wird zwischen jedem Benutzungsvorgang eine Reinigung erreicht und das Risiko einer Keim-Übertragung minimiert. Bereits nach wenigen Sekunden Behandlung mit UV-C-Licht in unmittelbarer Nähe zur Oberfläche erfolgt eine Inaktivierung von 99,99 Prozent der Pathogene. 

Der große Vorteil des neuen Systems liegt darin, dass es kontinuierlich arbeitet und direkt im Automaten integriert werden kann. Dies macht eine manuelle Reinigung der Displays zwischen jedem Benutzer unnötig, gleichzeitig ist der Benutzer keiner UV-Strahlung ausgesetzt. Außerdem entstehen keine langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Benutzervorgängen.

Aufgrund langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Inaktivierung von Keimen fungiert das Fraunhofer FEP im Projekt als Schnittstelle zwischen Biologie und Technik. Hier wird im Labor ein festgelegtes Versuchsprozedere durchgeführt, um die Wirksamkeit der entwickelten Technik zu überprüfen: die Displayoberfläche des Systems wird mit Keimen belegt, nach der folgenden Desinfektion des Displays mit UV-C-Licht wird in einem Agar-Plattentest ermittelt, wieviel Keime noch vorhanden sind. Aus dem Ergebnis wird abgeleitet, ob noch Entwicklungsbedarf besteht.

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Fischer Electronicsysteme GmbH & Co. KG, Fraunhofer FEP