Neuer Bezug von Röntgen- & CT-Bausteinen

Infineon schließt Übernahme des ams Osram-Sensorportfolios ab

1. Juli 2026, 16:56 Uhr | Elektronik medical (uh)
Das Röntgengeschäft von ams Osram inkl. der Photo-Counting-Detektoren gehört künftig Infineon, gefertigt wird zunächst weiter im österreichischen Premstätten.
© ams Osram / Infineon / Componeers

Infineon hat das nicht-optische Analog-/Mixed-Signal-Sensorportfolio von ams Osram zum 1. Juli 2026 erfolgreich übernommen. Für Medizintechnik-Entwickler wechseln unter anderem Photon-Counting-Detektoren und Interface-ASICs sowie zudem Positions-, Temperatur- und kapazitive Sensoren den Hersteller.

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Die im Februar 2026 angekündigte Transaktion für nicht-optische Analog- und Mixed-Signal-Sensoren ist damit nach Erhalt aller regulatorischen Genehmigungen final vollzogen. ams Osram baut mit dem Kaufpreis von rund 570 Millionen Euro vor allem seine Schulden ab und fokussiert sein Portfolio auf Opto-Sensorik.

Mit dem Closing wechseln rund 230 Mitarbeitende aus Forschung, Entwicklung und Management zu Infineon. Der Chiphersteller erweitert dadurch seine Präsenz um drei neue Standorte in Valencia (Spanien), Rapperswil (Schweiz) und Hyderabad (Indien). Für das Kalenderjahr 2026 rechnet Infineon mit einem Umsatz von rund 230 Millionen Euro aus dem übernommenen Geschäft, das sich unmittelbar ergebnissteigernd auf den Gewinn pro Aktie auswirken soll.

Röntgensensorik für CT und Radiologie

Kern der Übernahme sind die Mixed-Signal-Lösungen für Computertomographie und digitales Röntgen sowie die zugehörigen Sensor-Interface-ASICs, die künftig unter Infineons Flagge weitergeführt werden. Bereits im Februar war klar, dass unter anderem die wichtigen Komponenten für Photon-Counting-Detektoren, aus dem bei ams verbleibenden Werk in österreichischen Premstätten weiterhin »fabless« für Infineon produziert werden.

ams Osram konzentriert sich wie angekündigt künftig auf optische Vitaldatenerfassung, Wearable-Entwickler wenden sich also für PPG-Sensoren an ams Osram in Regensburg. Infineon dagegen übernimmt die nicht-optische Sensorik für Radiologie und Industrie. Wer Röntgensensoren für CT-Detektoren benötigt, ist künftig bei dem in Neubiberg bei München beheimateten Halbleiterkonzern richtig. Ergänzt wird das nun getauschte Portfolio um hochpräzise Positions-, Temperatur- und kapazitive Sensoren, die unter anderem für die kontinuierliche Glukosemessung bei Diabetes-Patienten relevant sind.

Infineon stärkt Medizintechnik

Für Infineon ist die Übernahme mehr als ein reiner Portfolio-Zukauf – sie verschafft dem Konzern erstmals eine breite Sensor-Basis speziell für radiologische Bildgebung, die bislang bei ams Osram lag.

»Diese Akquisition passt hervorragend zur Wachstumsstrategie von Infineon im Bereich Sensoren und Radio Frequency«, kommentiert Stephan Zizala, Division President Edge Systems bei Infineon.

Die übernommenen Teams werden in die neu gegründete Division Edge Systems integriert, in der Infineon Sensorik, Rechenleistung, Konnektivität und Sicherheit für Edge-Anwendungen bündelt – darunter auch medizintechnische Edge-Anwendungen in der Bildgebung.

Ob Infineon seine erweiterte Möglichkeiten aus der Kombination Wafer-Technologien, Mixed-Signal-IP und dem übernommenen Medtech-Know-how tatsächlich in neue Produktentwicklungen in der Medizintechnik übersetzt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. (uh)

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