Medica schärft ihr Digital-Health-Profil

Wearables-Konferenz wandert von München nach Düsseldorf

29. Juni 2026, 15:02 Uhr | Ute Häußler
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Die »Wearable Technologies Conference Europe« findet zukünftig auf der Medica statt, 2026 am 16. und 17. November. Der »Wearable Technologies Pavilion« begleitet die Konferenz, dort werden an allen drei Messetagen Neuheiten von Smart Patches, Sensorik und Earables bis Connected Health gezeigt.

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Da hat sich die Messe Düsseldorf ein Filetstück an den Rhein geholt: Die »Wearable Technologies Conference Europe«, Europas führendes Branchentreffen für Wearable-Technologien wechselt den Standort und findet 2026 erstmals nicht mehr in München, sondern im Rahmen der Medica statt.

Carmen Berger verantwortet seit Herbst 2025 die Medica und Compamed und bringt dort einen komplexen Transformationsprozess auf die Messeflure in Düsseldorf.

Carmen Berger verantwortet seit Herbst 2025 die Medica und Compamed und bringt dort einen komplexen Transformationsprozess auf die Messeflure in Düsseldorf.

© Andreas Wiese

Wer über medizinische Wearables diskutiert, sollte dort sein, wo die globale MedTech-Community zusammenkommt. Die von der Wearable Technologies AG organisierte Konferenz wird am 16. und 17. November 2026, das sind die ersten beiden Messetage, direkt in das Messegeschehen der Halle 12 und damit die weltgrößte Medizinfachmesse integriert.

Medica-Chefin Carmen Berger freut sich über den Wechsel

»Mit der Integration der bislang in München ausgerichteten WT Conference Europe baut die MEDICA ihre Rolle als internationale Plattform für digitale Gesundheitslösungen konsequent aus. Das Thema Wearables rückt damit ins Zentrum der globalen Medtech-Gemeinschaft.«

Zwei Formate unter einem Dach

Das neue Setup kombiniert Konferenz und Ausstellung: Während die Wearable Technologies Conference Europe auf die ersten zwei Messetage konzentriert ist, läuft die begleitende Wearable Technologies Show über die gesamte Laufzeit der Medica vom 16. bis 19. November. Auf dem WT Pavilion, der im Herzen der Halle 12 platziert ist, präsentieren über 45 Unternehmen ihre Produkte und Lösungen – von Smart Textiles bis zu Systemen für das Patientenmonitoring.

Das Konferenzprogramm spannt mit Expertensessions, Workshops und Keynotes einen breiten Bogen: von digitalen Biomarkern und FemTech-Lösungen über KI-gestützte Gesundheitsanalytik und kontinuierliches Patientenmonitoring bis zu Cybersecurity und regulatorischen Anforderungen für vernetzte Medizintechnik. Der Pharmaverband Pharma Deutschland ist mit hochrangigen Sprechern vertreten. Lutz Boden, Geschäftsführer des OTC-Markts, gibt einen Vorgeschmack: »Im Mittelpunkt steht die Schnittstelle zwischen smarten Wearables und verantwortungsvoller Selbstmedikation. Wir werden der Frage nachgehen, wie kontinuierliche Gesundheitsdaten Patienten dabei unterstützen können, informierte Entscheidungen über rezeptfreie Therapien und ihr allgemeines Wohlbefinden zu treffen.«

Smart Patches als therapeutische Plattformen

Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf Smart Patches und neuen Biosensortechnologien – Systemen, die sich zunehmend von reinen Monitoring-Tools zu aktiven therapeutischen Plattformen entwickeln. Themen wie beschleunigte Wundheilung, bioelektronische Therapieansätze, gedruckte Elektronik und miniaturisierte optische Sensorsysteme stehen auf der Agenda. Gleichzeitig rückt die industrielle Skalierung solcher Technologien in den Fokus: Der Weg von der Innovation in die breite klinische Anwendung verlangt neue Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Dr. Wim Christiaens, General Manager von Quad Industries unterstreicht den Wert des Branchenaustauschs: »Die WT Conference bringt Schlüsselakteure aus dem gesamten Wearables-Ökosystem zusammen – von Materialinnovatoren und Geräteentwicklern bis zu Medtech-Unternehmen und Gesundheitsversorgern. Für Quad Industries ist es eine wertvolle Plattform, um Erkenntnisse über die praktischen Herausforderungen bei der Skalierung von Wearable Technologies für zuverlässige klinische und kommerzielle Anwendungen auszutauschen.«

Vom Krankenhaus ins Alltagsleben

Ein weiteres Leitthema ist der Wandel medizinischer Versorgung weg vom klassischen klinischen Setting hin ins Alltagsleben der Patienten. Unter Stichworten wie »Hospital at Home« oder »Precision Perioperative« diskutieren Experten, wie kontinuierliches Monitoring mit Wearables neue Versorgungsmodelle ermöglicht. Samsung Healthcare demonstriert, wie Consumer-Biomarker in klinisch relevante Gesundheitsanalysen übersetzt werden können; Verily zeigt Plattformen zur Krankheitsvorhersage noch vor dem Auftreten erster Symptome.

Dass das Interesse an solchen Lösungen wächst, zeigt auch die Rückkehr etablierter Unternehmen auf die Medica. Cornel Amariei, CEO und Gründer von .lumen, gibt sich kampflustig: »Letztes Jahr haben wir auf der MEDICA 500 Demos durchgeführt und kaum Zeit zum Durchatmen gehabt. Dieses Jahr kommen wir zurück, um die Messlatte noch höher zu legen – und um auf der Wearable Technologies Conference eine unbequeme Wahrheit anzusprechen: Mobilitätshilfen für blinde Menschen funktionieren, sind aber bislang nicht skalierbar. Bei .lumen entwickeln wir die Technologie, das zu ändern.«

Regulatorik und Cybersecurity im Blick

Je stärker Wearables in medizinische Prozesse integriert werden, desto drängender werden Datenschutz, MDR-Konformität und sichere Dateninfrastrukturen. Dedizierte Sessions befassen sich mit KI-gestützten Cyberangriffen, sicheren Lieferketten und internationalen Regulierungsstrategien – ein Zeichen dafür, dass die Branche ihre Hausaufgaben kennt, die mit dem Wachstum der tragbaren Diagnosehelfer verbunden sind.

Für die Medica ist die WT Conference Europe auch ein Baustein ihrer inhaltlichen Neuausrichtung: Themenfelder sollen künftig stärker um konkrete Versorgungsszenarien strukturiert werden – und Wearables gelten dabei als Schlüsseltechnologie für ein vernetztes, kontinuierliches und präventionsorientiertes Gesundheitssystem. Tickets für Konferenz und Messe sollen ab Mitte Juli über die Online-Ticketshops erhältlich sein.

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