ABB HGÜ-Leitungen bis 3 GW über 2000 km

Auf dem Weg zu HGÜ-Overlay-Netzen

Mit dieser Technologie wird die zwischenstaatliche Netzverbindung und die damit einhergehende Integration erneuerbarer Energien ermöglicht und gleichzeitig der Energiehandel erleichtert.

Wie Claudio Facchin gegenüber Markt & Technik erklärte, arbeitet ABB nicht nur an Punkt-zu-Punkt-Verbindungen für die HGÜ-Übertragung, sondern beschäftige sich bereits mit vermaschten Overlay-Netzen, was gerade in Asien ein interessantes Thema sei: »Wir brauchen beides, Punkt-zu-Punkt-Verbindungen und Overlay-Netze.«

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die übertragene Leistung in HGÜ-Systemen von 50 auf 1400 MW und damit fast um das 30-fache erhöht. Diese Energiemengen reichen aus, um mehrere Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Spannungsniveaus wurden von 80 auf 525 kV gesteigert, während die Übertragungsentfernung von 70 auf über 1000 Kilometer erhöht wurde. Gleichzeitig sanken die Übertragungsverluste auf unter 1 Prozent.

ABB hat 18 der weltweit 24 VSC-basierten HGÜ-Projekte in Betrieb genommen und dabei mehrere Weltrekorde aufgestellt. Dazu gehören die weltweit längste Unterwasserverbindung, die leistungsstärkste Übertragungsleitung zu einem Offshore-Windpark und die erste HGÜ-Überlandleitung.

Mit einer höheren Spannungsfähigkeit von bis zu 640 kV ermöglicht die neueste Technologie eine Übertragung über längere Strecken hinweg und verdoppelt die Entfernung auf 2000 km. Zudem können mehr erneuerbare Energien in das Netz eingespeist und längere Verbindungsleitungen gebaut sowie die Übertragungsverluste weiter gesenkt werden.

Zusammen mit den oben genannten Verbesserungen führt dies für die Eigentümer und Betreiber von Übertragungssystemen zu deutlichen Kostensenkungen.

Das neueste, auf ABB Ability basierende, MACH-Steuerungs- und Schutzsystem von ABB sorgt für höhere Effizienz und Zuverlässigkeit. Zudem wartet die jüngste Generation an Konverter-Stationen in Sachen Design und Ästhetik mit zahlreichen Verbesserungen auf.

ABB entwickelte die HGÜ-Technik vor über 60 Jahren in Pionierarbeit, derzeit arbeiten über 110 Systeme im Feld. Dies entspricht einer Gesamt-Übertragungskapazität von über 120.000 MW und macht etwa die Hälfte der weltweit installierten Gesamtbasis aus.