Zusätzliche Herausforderungen Probleme mit 5G-Indoor-Abdeckung

5G soll das nächste große Ding in Sachen Mobilfunk werden.

Der LTE-Mobilfunkdienst der vierten Generation (4G) haben bereits Probleme mit der Durchdringung einiger Büroumgebungen. Leider fügt die fünfte Generation (5G) weitere Komplikationen hinzu, warnt das Daten- und Analytikunternehmen GlobalData.

Die Herausforderungen für eine gute Zellabdeckung in Innenräumen sind struktureller Natur. So sind beispielsweise neuere, umweltfreundlichere Fenstergläser für drahtlose Signale nur schwer zu durchdringen. Aber die wichtigsten Gründe sind eher finanzieller als technologischer Natur: In großen Veranstaltungsorten wie Sportstadien und auch in Flughäfen nutzen Mobilfunkbetreiber häufig verteilte Antennensysteme (DAS), die die Funktechnik von mehreren Netzbetreibern enthalten. Sie sind aber teuer zu installieren und zu warten. In großen Veranstaltungsorten mit großem Andrang lohnt sich der Aufwand für Mobilfunkbetreiber. Für mittelgroße Gebäudekomplexe, wie ein durchschnittliches Bürogebäude mit weniger als 20 Stockwerken, ist das jedoch in der Regel zu kostenintensiv. 

»Hersteller von Mobilfunkgeräten haben in den letzten fünf Jahren Low-Power-Funknetzwerklösungen ähnlich wie DAS eingeführt, die ihrer Meinung nach für mittelgroße Einsatzorte kostengünstig sind. Aber diese Lösungen - verteilte kleine Zellen - waren nicht so gut wie DAS bei der Unterstützung mehrerer Betreiber«, erklärt Ed Gubbins, Technology Analyst von GlobalData. »Diese Tatsache hat ihre Akzeptanz erschwert, da die Menschen in jedem Bürogebäude ihren mobilen Dienst in der Regel von einem Mix aus verschiedenen Anbietern beziehen.«

Zusätzlich bringt 5G eigene Hürden für die Indoor-Abdeckung mit sich: Es nutzt ein höheres Frequenzspektrum als 4G und durchdringt damit schlechter Wände als ein Nieder- oder Mittelfrequenzspektrum. Das könnte den Bedarf an Indoor-Netzwerken wie DAS erhöhen, allerdings können einige DAS nicht die hohen Frequenzen von 5G übertragen. Zudem fehlt vielen DAS die Fähigkeit Antennen-Arrays zu nutzen, die für 5G benötigt werden.

»Die 5G-Hürden der DAS erhöhen den Druck auf verteilte kleinzellige Lösungen, um 5G bereitzustellen. Allerdings sind verteilte, kleinzellige Lösungen in sehr großen Räumen möglicherweise nicht so kosteneffektiv wie DAS, wenn es um die Unterstützung mehrerer Betreiber geht. Einer der Haupttreiber für Unternehmensnetzwerke werden M2M-Verbindungen sein, deren Einführung Zeit in Anspruch nehmen dürfte.  Und selbst wenn sie angenommen werden, werden sie wahrscheinlich von einem einzigen Anbieter angeboten - das hilft nicht gerade bei der Abdeckung von Verbraucherdiensten mit mehreren Betreibern«, resümiert Gubbins.