Neue Arbeitswelt Immer mehr Unternehmen erlauben Bürohunde

Eine Stellenmarktanalyse von Joblift zeigt: Bürohunde gehören immer mehr Unternehmen zur »Belegschaft«. Die Anzahl entsprechender Stellen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. In welchen Unternehmen ist die Chance am größten, dass man seinen Vierbeiner mitbringen darf?

Forschungen bestätigen, was Hundebesitzer schon immer wussten: Vierbeiner im Büro wirken sich positiv auf die Work-Life-Balance aus und bekämpfen Stress, in dem sie den Cortisolspiegel der menschlichen Kollegen senken. Damit tragen sie zu einem guten Betriebsklima bei.

»Schuld« daran ist u.a. das Bindungshormon Oxytocin, das sowohl Menschen als auch Hunde beim Kuscheln ausschütten. Die beste Burnout-Prophylaxe, finden Befürworter wie der Bundesverband Bürohund e.V.

Vielleicht ist das ein Grund, warum immer mehr Unternehmen Hunde als integralen Bestandteil der Firmenkultur erlauben und Kira und Waldi mit zur Arbeit genommen werden dürfen. Wie viele und wo, das hat Joblift untersucht: In 588 Unternehmen warten bereits tierische Arbeitskollegen auf Streicheleinheiten, zeigt eine Analyse aller 17 Millionen Online Inserate der letzten 24 Monate. Damit hat sich die Anzahl der Stellen mit Bürohunden im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

70 Prozent der 1.714 Nennungen erwähnten dabei einen vorhandenen Hund im Büro, 30 Prozent  der Stellenausschreibungen boten explizit die Mitnahme des eigenen Hundes, beziehungsweise wenigstes einen »take your dog to work day« an. Auch wenn insgesamt 17 Millionen Stellenausschreibungen in den letzten zwei Jahren inseriert wurden und 1.714 einen geringen Anteil im Vergleich darstellt, nahm der Anteil dieser Jobangebote im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent zu.

Bestätigt das einen Trend zum Bürohund? Zumindest scheinen sie offenbar gut in eine sich wandelnde Arbeitswelt zu passen, denn immerhin über die Hälfte der Jobangebote mit Bürohunden wurden in Start-ups ausgeschrieben. Die beste Chance, seinen eigenen Hund mit zur Arbeit zu nehmen, haben Arbeitnehmer in Berlin und München. 600 Inserate boten dies in der Hauptstadt und rund 200 Stellen in München. Berlin war damit eindeutiger Spitzenreiter, mit einem Anteil von circa 45  Prozent, gefolgt von München mit knapp 20  Prozent.

Dies könnte daran liegen, dass Berlin und München zu den Hochburgen der Start-up Branche zählen und 60 Prozent der Inserate in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern erfolgten. Nur 18 Prozent der Jobangebote wurden von Konzernen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern veröffentlicht.

Einige wenige Unternehmen setzen auf andere Vierbeiner. In 15 Stellenausschreibungen wurde anstatt eines Bürohundes eine Bürokatze erwähnt. In einem Inserat wurde aus diesem Grund eine Katzenhaarallergie als Ausschlusskriterium für die Bewerber genannt. Volt, eine Werbeagentur aus Münster, nutzt Hamster Pete zu viralen Zwecken – sein Treiben kann live auf HamsterTV verfolgt werden.

Erlaubt Ihr potenzieller Arbeitgeber vierbeinige ‘Ingenieure’ im Büro? Das kann man im Arbeitgeberverzeichnis auf Markt&Technik JOB herausfinden.