Schwerpunkte

Gehaltsprognose 2020

Das Lohnwachstum lässt nach

31. Januar 2020, 10:41 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Das Lohnwachstum lässt nach
© Bild: Adobe Stock

Compensation Partner prognostiziert für das Jahr 2020 einen Lohnzuwachs von 2,9 Prozent, sowohl für Fach- als auch Führungskräfte. Damit fällt die Schätzung der Experten schwächer aus als im Jahr zuvor.

Damals gingen sie von einem Plus von 2,9 Prozent für Fach- und 3,4 Prozent für Führungskräfte aus. Im Vorjahr prognostizierte Compensation Partner ein Wachstum des Nominallohns von 2,9 Prozent für Fachkräfte und von 3,8 Prozent für Führungskräfte. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt die Entwicklung Ende des Jahres 2019 bei einem Plus von 3,4 Prozent. Für das Jahr 2020 erwarten die Hamburger Vergütungsexperten eine erneute Steigerung des Nominallohns von 2,9 Prozent – allerdings für Fach- und Führungskräfte gleichermaßen. Das Wachstum lässt damit insgesamt nach.

Inflationsrate stieg in 2019 auf 1,4 Prozent

Die Inflationsentwicklung basiert auf dem Verbraucherpreisindex und gibt uns Aufschluss darüber, wie hoch der Reallohnzuwachs ausfällt. Im Jahr 2018 lag die Inflationsrate im Schnitt bei 1,8 Prozent, 2019 wird sie voraussichtlich 1,4 Prozent betragen. Damit ist sie ebenfalls leicht rückläufig. Für die Lohnentwicklung bedeutet das wiederum, dass wir abzüglich der Inflationsrate (1,4 Prozent) im Jahr 2020 mit einem Wachstum des Reallohns von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr rechnen.

„Große Gehaltssprünge sind im Jahr 2020 nicht zu erwarten, da Arbeitgeber sich defensiver verhalten und sparsamer werden“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Als Gründe für die schwächere Lohnentwicklung nennen die Analysten die unsichere Lage auf dem Weltmarkt. Dazu gehören die jüngsten Geschehnisse im Nahen Osten, eine weiterhin nervöse Situation rund um den Brexit sowie die angespannte Lage im Verhältnis zwischen den USA und China. Hierzulande steht die Automobilindustrie als bedeutendster Industriezweig in Deutschland vor großen Herausforderungen. Der technologische Wandel hinsichtlich der Elektromobilität fordert seinen Tribut. Über 400.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Folgen für Arbeitgeber: Nicht-monetäre Vergütungsbestandteile gewinnen an Bedeutung

Welche Maßnahmen können Unternehmen ergreifen, wenn große Lohnentwicklungen kaum möglich sind? Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht bei jüngeren Menschen immer mehr im Mittelpunkt. Auch die Absicherung im Alters- oder Pflegefall stellt uns gesellschaftspolitisch vor große Herausforderungen. Laut Compensation Partner blicken Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vermehrt auf das Verantwortungsbewusstsein eines Betriebes gegenüber Umwelt, Klima und Natur.

„War Corporate Social Responsibility noch vor zehn Jahren meistens für global agierende Konzerne ein Thema, wird sie heutzutage auch für kleine und mittelständische Betriebe zur Aufgabe. Wer im Ringen um Fachkräfte die Nase vorne haben möchte, muss sich mit diesen Themen beschäftigen und sie gezielt in sein Employer Branding einbeziehen“, so Bierbach abschließend.
 
Als Grundlage für die Gehaltsprognose dienten den Analysten 2,5 Millionen Gehaltsdaten, die Entwicklung des Arbeitsmarktes, der Inflationsrate, des Bruttoinlandsproduktes sowie aktuell wirtschaftspolitisch relevante Geschehnisse.
 

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

»Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gehaltserhöhung«
Weiter sinkende Nachfrage nach Ingenieuren
»Die hohe Anspruchshaltung wundert mich nicht«

Verwandte Artikel

PMSG PersonalMarkt S./Gehalt.de