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Arbeitswelt nach Corona

Die Jungen wollen kein 'Back to normal'

14. Juni 2021, 09:41 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Die Jungen wollen kein 'Back to normal'
© Bild: Adobe Stock

Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Digital Natives in Deutschland wollen ausschließlich oder größtenteils im Home Office arbeiten, besagt eine Studie von Citrix.

Wieviel Flexibilität bleibt Arbeitnehmern auch nach der Pandemie? Nur die wenigsten Unternehmen dürften vollständig zu den vorherigen Arbeitsbedingungen zurückkehren, meint der Digital Workspace-Anbieter Citrix. Offenbar gibt es aber eine Diskrepanz zwischen Digital Natives und ihren Chefs.

Mitarbeiter könnten im Home Office genauso produktiv und effektiv arbeiten, wie im Büro – das habe das letzte Jahr deutlich gemacht, sagt Oliver Ebel, Area Vice President Central Europe bei Citrix.

Deshalb verwundere es nicht, dass viele Unternehmen auch in Zukunft mehr Flexibilität ermöglichen wollen. Nur bei der Frage, wie viel, könnten schnell unterschiedliche Erwartungshaltungen aufeinandertreffen, wie eine eigene aktuelle Studie gezeigt habe.

Demnach wollen fast zwei Drittel (65 Prozent) der Digital Natives in Deutschland ausschließlich oder größtenteils im Home Office arbeiten - was leider völlig im Gegensatz zu dem steht, was Führungskräfte glauben. Diese rechnen nämlich damit, dass auch diese jüngeren Mitarbeiter künftig wieder verstärkt im Büro arbeiten wollen.

Rechtzeitige und gute Kommunikation sei daher der Schlüssel, um Konflikte bei diesem Thema zu vermeiden, so Ebel.

Anstatt einfach zu entscheiden, wie viel Flexibilität in Zukunft möglich ist, sollten Führungskräfte zunächst die Meinung ihrer Mitarbeiter einholen. Dadurch ließen sich leichter Kompromisse erarbeiten, mit denen alle gut leben könnten.

Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen In-Office- und Home-Office-Mitarbeitern?

Während der Pandemie operieren alle Arbeitskräfte unter denselben Voraussetzungen: Sie sitzen in den eigenen vier Wänden, kommunizieren über digitale Wege und haben den gleichen Zugang zu Informationen und die gleichen Möglichkeiten, mitzuarbeiten.

In einer hybriden Belegschaft kann sich dies jedoch schnell ändern – Büroarbeiter werden möglicherweise eher an neuen und spannenden Projekten beteiligt oder tauschen schnell im persönlichen Gespräch wichtige Informationen aus, die den Kollegen im Home Office dann fehlen. Das kann Mitarbeiter demotivierten und die positiven Effekte flexibler Arbeitsmodelle abbremsen.

Führungskräfte sollten deshalb frühzeitig Technologien und Richtlinien implementieren, die diesen Risiken entgegenwirken, so Ebel.

So könne beispielsweise festgelegt werden, dass Meetings weiterhin als Videokonferenzen stattfinden, in die sich jeder einzeln einwählt oder dass alle Mitarbeiter regelmäßig im Büro zusammenkommen.

Klar, dass Citrix als Anbieter moderner Workforce-Lösungen auch abgefragt hat, inwieweit Führungskräfte künftig auf zukunftsfähige Technologien setzen. Auch hier gibt es offenbar eine Diskrepanz zwischen Digital Natives und ihren Arbeitgebern. 

Zwar sind sich die Befragten in der Citrix-Studie einig, dass die Pandemie die digitale Transformation in Unternehmen beschleunigt hat, aber 58 Prozent der Digital Natives sehen immer noch Bedarf an weiteren Investitionen in digitale Lösungen. Unter den Führungskräften teilt jedoch nicht mal jeder Fünfte (19 Prozent) diese Einschätzung. Die Digitalisierungsmaßnahmen, wie der Umstieg auf Cloud-Lösungen, waren laut Studie in vielen Unternehmen eine Folge des Lockdowns und nicht Teil einer langfristigen Strategie.

Dementsprechend könnten leicht Anwendungen im Einsatz sein, die nicht die benötigte Funktionalität bieten, mahnt der IT-Anbieter, und warnt vor einer „Schatten-IT“: Mitarbeiter suchen sich selbst Lösungen und Workarounds, die nicht von der IT-Abteilung genehmigt sind, und gefährden dadurch ihren Arbeitgeber.

Um das zu vermeiden, sollten Führungskräfte gemeinsam mit ihren IT-Abteilungen einen sorgfältigen Blick darauf werfen, welche Lösungen bereits vorhanden sind und ob sie auch in Zukunft alle Bedürfnisse abdecken werden.


 

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1. Die Jungen wollen kein 'Back to normal'
2. Führungskräften fehlt oft das Wissen, um Millennials für sich zu gewinnen und zu halten

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