Semicon 2009: Weniger Aussteller, aber Hoffnung auf EU

8. Oktober 2009, 18:28 Uhr | Frank Riemenschneider, Elektronik

Die Semicon 2009, erstmals in Dresden ausgetragen, ging mit einem Ausstellerrückgang von rund einem Drittel gegenüber 2008 zu Ende. Ein EU-Papier macht der Branche jedoch Hoffnung.

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Der Verband der Fab-Ausrüster SEMI organisiert die Semicon-Messe weltweit. Während auf die Semicon Europe in Dresden mit 420 Ausstellern rund ein Drittel weniger als im Vorjahr kamen, zog dieselbe Veranstaltung im japanischen Chiba 1000, in Shanghai mehr als 800 und in Taipeh sowie San Francisco 700 Aussteller an.

Dies ist wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Branche für 2009 einen Umsatz von lediglich 14,14 Mrd. Dollar erwartet, nachdem 2007 noch 43 Mrd. Dollar umgesetzt wurden. Auch der Ausblick für 2010 ist wenig rosig, mit 21 Mrd. Dollar würde man unter dem Ergebnis von 2002 bleiben. SEMI-CEO Stanley Myers sprach demnach auch von einer schrecklichen Situation, welche die Branche so noch nie erlebt habe.

Der Präsident von SEMI Europa, Heinz Kundert, konnte sich jedoch freuen: Ein von der EU-Kommission verfasstes und von Kundert präsentiertes Papier erklärt erstmals in der EU-Geschichte die Halbleiterindustrie in Europa für systemrelevant. In dem Papier finden sich diverse Forderungen wieder, welche von der SEMI schon 2008 in einem White Paper formuliert wurden.

Insbesondere wird Kundert's seit langem vorgetragene Forderung nach gleichen Wettbewerbsbedingungen weltweit, d.h. Subventionen für die europäische Industrie nach dem Vorbild der USA und Asiens, addressiert.

Das Papier wird jetzt in Arbeitsgruppen diskutiert und bis Ende 2010 ins EU-Parlament eingebracht, das dann konkrete Massnahmen beschliessen soll. Als Hinderniss könnten sich laut Kundert jedoch die Uneinigkeit der einzelnen EU-Staaten bezüglich den konkreten Unterstützungsmassnahmen sowie der langwierige Entscheidungsprozess erweisen.

Er stellte abschliessend die Forderung auf, dass Europa mit einer Stimme sprechen und bezüglich der Halbleiterindustrie eine gemeinsame Vision entwickeln müsse.


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