Neues Industriekonsortium

Offener Standard für optische KI-Interconnects

13. März 2026, 9:48 Uhr | Iris Stroh
© dpa-Bildfunk

AMD, Broadcom, Meta, Microsoft, Nvidia und OpenAI haben gemeinsam das Industriekonsortium »Optical Compute Interconnect (OCI) MSA« gegründet. Ziel dieser Initiative ist es, eine offene Spezifikation für optische Interconnects in KI-Infrastrukturen zu etablieren.

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Die »Optical Compute Interconnect Multi-Source Agreement Group« verfolgt dabei einen offenen, von Hyperscalern geprägten Ansatz, der ein Ökosystem mit mehreren Herstellern ermöglichen und eine robuste Lieferkette für optische Scale-up-Verbindungen schaffen soll.

Die bisherige kupferbasierte Konnektivität stößt immer stärker an ihre physikalischen Grenzen, was sich wiederum auf die Skalierbarkeit von KI-Cluster-Domänenarchitekturen negativ auswirkt. OCI soll die Migration von kupferbasierten zu optischen Scale-up-Architekturen ermöglichen und somit diese Engpässe überwinden.

Die OCI-Spezifikation, die unter www.oci-msa.org verfügbar ist, wurde im Hinblick auf Energieverbrauch, Latenz und Kosten optimiert. Sie kombiniert die optische NRZ-Modulation (Non-Return-to-Zero-Modulation) mit Wellenlängenmultiplexing (WDM) und verschiebt den Fokus von einem modulzentrierten zu einem siliziumzentrierten Connectivity-Modell. Durch die engere Integration von Optik mit Rechen- und Netzwerkhalbleitern ermöglicht OCI deutliche Verbesserungen bei der Bandbreitendichte und der Systemskalierbarkeit und erfüllt gleichzeitig die strengen Leistungsziele der herkömmlichen kupferbasierten Konnektivität.

Höchste Rechenleistung und modernste Optik

Mithilfe eines interoperablen optischen Schnittstellenprotokolls will die OCI MSA ein »Plug-and-Play«-Ökosystem ermöglichen. Die offene und interoperable Spezifikation ermöglicht es Hyperscalern, unterschiedliche Prozessorplattformen (XPU) mit verschiedenen Scale-up-Switches zu kombinieren. Eine standardisierte Roadmap wiederum soll das Integrationsrisiko erheblich reduzieren, die Entwicklungszyklen verkürzen und der gesamten AI-Rack-Lieferkette einen klaren, risikofreien Weg für den Einsatz von optischen Verbindungen verschiedener Generationen und verschiedener Anbieter bieten.

Roadmap

Die OCI MSA bietet eine skalierbare, offene Spezifikations-Roadmap für die gesamte AI-Rack-Lieferkette und ermöglicht den Einsatz von optischen PHY- und Verbindungslösungen verschiedener Anbieter über mehrere Hardware-Generationen hinweg:

  • Standardisierte Schnittstellen mit hoher Dichte: Förderung der OCI GEN1 Technologie mit 4λ x 50 Gbit/s NRZ (200 Gbit/s pro Richtung) und der OCI GEN2 Technologie mit 400 Gbit/s pro Richtung in bidirektionaler (BiDi) Ausführung, wodurch bis zu 800 Gbit/s pro Faser erreicht werden.
  • Massive Skalierbarkeit: Die Roadmap zur Skalierung der Wellenlängenanzahl und Datenraten sieht vor, 3,2 Tbps pro Faser und mehr zu erreichen. Dadurch lassen sich Scale-up-Domänen mit einer höheren GPU-Anzahl und einer höheren Bandbreite pro GPU realisieren.
  • Interoperable Formfaktoren: Unterstützung verschiedener optischer Integrationsformen, darunter steckbare Module, On-Board-Optiken sowie Co-Packaged Optics (CPO).
  • Effizienz bei Skalierung: Optische Ansätze sollen Leistungs-, Energie- und Kostenziele erreichen, die bisher nur mit Kupferverbindungen verbunden waren – das aber bei gleichzeitig deutlich größerer Reichweite.

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