Die Auftragseingänge sind 2012 ca. 8 Prozent unter Vorjahr geblieben. Allerdings hatte es im Jahr davor sehr viele und 2012 dann so gut wie überhaupt keine Großaufträge gegeben, so dass im vergangenen Jahr statistische Basiseffekte zu Buche geschlagen haben. Zuletzt legten die Orders – insbesondere aus dem Nicht-EURO-Ausland – wieder zu. Wir sind vorsichtig zuversichtlich, dass die Geschäftstätigkeit in der deutschen Elektroindustrie im Verlauf des kommenden Jahres wieder anziehen und der Branchenoutput 2013 insgesamt um 1,5 Prozent wachsen wird (vgl. Abb. 2). Die Konjunktur in den USA und China erholt sich. US-Immobilien- und -Arbeitsmarkt scheinen wieder Tritt zu fassen. Viele Unternehmenskassen sind prall gefüllt, so dass Mittel zur Finanzierung von Investitionen grundsätzlich da sind. Die Investitionstätigkeit könnte 2013 auch von Nachholeffekten profitieren, denn allein zur Instandhaltung muss bald wieder investiert werden. Strukturell entfällt heute bereits die Hälfte des globalen Investitionsvolumens auf die Schwellenländer. Zudem setzen »Industrie«-Länder wie die USA oder Großbritannien zu einer Re-Industrialisierung an.
Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass die Regierungen die drängendsten Probleme anpacken und so Verunsicherung abbauen helfen. Die Energiewende in Deutschland muss zügig erfolgreich vorangebracht werden. Im Euroraum müssen die Tragfähigkeit der Schulden und die internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder hergestellt werden. In den USA muss die Haushaltslage ebenfalls verbessert werden. Auch in China muss der Reformstau aufgelöst werden. Der Umbau der Wirtschaft hin zu mehr Konsumorientierung geht nur schleppend voran. Inländische Monopole müssen aufgebrochen und mehr ausländischer Wettbewerb zugelassen werden. Zu den Risiken zählen auch die geopolitischen Spannungen in Nahost.
Langfristige Perspektiven sind gut
Die mittel- bis langfristigen Perspektiven für die Elektroindustrie bleiben aufgrund ihrer Innovationsstärke günstig. Acht von zehn Elektrounternehmen bringen regelmäßig Innovationen hervor. 40 Cent jedes umgesetzten Euro werden mit Neuheiten erlöst. Und jede dritte Innovation in der Industrie insgesamt erfährt ihren originären Impuls durch uns. Zwischen 1995 und 2008 ist die Elektroproduktion um 5 Prozent p.a. gewachsen. Auf diesen Pfad könnte die Branche bald zurückkommen. Sämtliche globale Megatrends – die eine Studie des IW Köln mit den zehn Schlagworten (1) Globalisierung, (2) Wohlstand, (3) technischer Fortschritt, (4) demografischer Wandel, (5) Urbanisierung, (6) Ressourcenknappheit, (7) Klimawandel, (8) Wissen/Information, (9) Investitionen/Infrastruktur und (10) Sicherheit umrissen hat – gehen mit enormen weltweiten Herausforderungen einher. Nur mit den zentralen Technologien der Elektroindustrie lassen sie sich dauerhaft und nachhaltig bewerkstelligen. (zü) n