Es ist die globale Wucht, die diese Wirtschaftskrise von anderen unterscheidet. Auch Bill McClean sieht das so. Eine Rezession habe noch nie im vierten Quartal begonnen, so der Marktforscher. Den größten Einbruch für den Halbleitermarkt in einem vierten Quartal gab es 1998 und 2001, beide Male um drei Prozent. 2008 lag dieser Wert bei 23 Prozent.
Da half es den Herstellern auch nicht, dass sie noch zu Beginn des vierten Quartals keine hohen Lagerbestände hatten. Durch den dramatischen Nachfragerückgang hatten sie praktisch über Nacht trotzdem hohe Lagerbestände.
Doch die Marktforscher sehen trotzdem auch positive Auswirkungen der Krise. Durch den gleichzeitigen Rückgang der Wirtschaft überall werde die notwendige Marktkorrektur schneller von statten gehen, als wenn es nur einzelne Bereiche oder Länder getroffen hätte, so Malcolm Penn.
Ähnlich wie Penn, nur etwas moderater, sieht Bill McClean, dass durch den starken Investitionsrückgang in der Halbleiterindustrie die Fertigungskapazitäten schnell sinken. Das bedeutet für den nächsten Aufschwung, dass die IC-Preise stabil bleiben werden.
Doch wer weiß, in welche Richtung die nächsten Konjunkturprognosen gehen werden. Malcolm Penn sagte auch, dass Prognosen keine exakte Wissenschaft seien.