Wachstum bei Monolithic Power Systems

Erfolg durch Diversifizierung

24. Oktober 2022, 15:00 Uhr | Engelbert Hopf
Staeding Stefan
© Monolithic Power Systems

Fundiertes Wissen auf Systemebene, hohe Kompetenz im Halbleiterdesign und innovative, proprietäre Halbleiterprozess- und Systemintegrationstechnologien: Für Stefan Staeding, Managing Director EMEA, sind das die drei Kernkompetenzen von Monolithic Power.

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MPS ist ein Fabless-Unternehmen

MPS ist ein Fabless-Unternehmen. Sie verweisen in Ihrem aktuellen Finanzbericht auf die angespannte Situation zwischen China und Taiwan. Nutzen Sie zur Fertigung ausschließlich Foundries in Taiwan?

Als Fabless-Halbleiterunternehmen haben wir zwei Vorteile gegenüber unseren Marktbegleitern. Erstens können wir durch unsere proprietäre Prozesstechnologie schneller als unser Wettbewerb innovativ entwickeln und unseren Kunden somit Produkte mit höchster Leistungsdichte anbieten. Wir sind beispielsweise das einzige Unternehmen, das Digital- und Speichertechnik in ein analoges Design integriert. Durch die Digitaltechnik sind schnellere Schaltvorgänge möglich, und der Speicher macht es möglich, dass Kunden Konfigurationen für ihre spezifische Endanwendung vornehmen.

Zweitens sind es unsere Produktionspartner, die Kapitalinvestitionen tragen – somit haben wird die Möglichkeit, Ressourcen für Investitionen in Forschung und Entwicklung freizusetzen. Wir haben uns damit nicht abhängig von einem Partner oder einem Land gemacht. Erreicht haben wir das, indem wir die Lieferkette diversifiziert haben. So haben wir systematisch in den Ausbau und die Diversifizierung unserer Fab-Partnerschaften investiert. Wir haben beispielsweise zusätzlich zu China in Südkorea und Taiwan gute Fab-Partnerschaften aufgebaut. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Diversifizierung schon immer ein Teil unserer Supply Chain war.

Verfolgen Sie spezielle Schwerpunkte bei Ihren R&D-Bemühungen? Wie integrieren Sie Talente in einer solchen globalen Organisation?

Unsere Unternehmenskultur ermöglicht es uns, unsere weltweiten Aktivitäten aufeinander abzustimmen und damit in einem hohen Maße innovativ zu sein. Die Kultur bei MPS basiert auf solider Ausführung, Ergebnisorientierung und auf einem Engineering-Fokus. Vor etwa zehn Jahren wurden funktionsübergreifende Produktmarketing-Gruppen geschaffen. Diese Einheiten sind unternehmerisch tätig, indem sie für die Identifizierung der besten Marktpotenziale verantwortlich sind und eine große Eigenverantwortung bei der Umsetzung tragen. Ob ein Produkt entwickelt werden soll oder nicht, wird effizient und mit einem Minimum an administrativer Unterstützung oder Bürokratie entschieden. Eine starke Innovationskultur und ein klarer Kundenfokus sind das, was MPS ausmacht!

Konzentriert sich MPS in Europa in erster Linie auf Automotive und Industrie? Wie wichtig ist aus heutiger Sicht der deutsche Markt für Sie in Europa?

Wie bereits erwähnt, sind wir in den unterschiedlichsten Märkten unterwegs. Unser komplettes Produktangebot ist darauf ausgelegt, in diesen Märkten erfolgreich zu sein und unsere Kunden bei einer schnellen Entwicklung zu unterstützen. Speziell in Deutschland gibt es viele Möglichkeiten für MPS in industriellen Anwendungen und im Automobilmarkt. So ist beispielsweise der Bereich der Motorsensoren und -steuerungen in der Industrieautomation und Robotik ein wichtiger Schwerpunktbereich.

Als Beispiel seien hier die Möglichkeiten genannt, die sich durch die Entwicklung von Human Machine Interfaces ergeben. Wir wollen uns nicht nur auf ein Anwendungssegment konzentrieren und fokussieren. Deutschland ist sicherlich der wichtigste Markt für uns in Europa, aber wie gesagt, wir verfolgen einen breiten Ansatz, der alle Märkte miteinschließt.

In den letzten Jahren gewinnen Wide-Bandgap-Leistungshalbleiter eine immer größere Marktbedeutung. Ist MPS in diesem Bereich bereits aktiv oder planen Sie, in naher Zukunft Ihr Produktspektrum auch um SiC- und GaN-Produkte zu erweitern?

MPS investiert seit einigen Jahren in die Entwicklung von SiC-basierten Technologien und nutzt dabei intern entwickelte Ressourcen sowie Partnerschaften mit Designhäusern und Produktionsstätten von Drittanbietern. Wir erwarten, dass wir in den nächsten Jahren eine führende Position bei SiC-Designs auf Systemebene in der Automobilindustrie einnehmen werden. Auch in diesem Produkt- und Technologiesegment ist es unsere Vision, dass wir führend bei der Integration auf Systemebene sind, um den Kunden monolithische, zuverlässige und kompakte Lösungen anbieten zu können.

Stand heute ist MPS ein Unternehmen, das ausschließlich siliziumbasierte Lösungen anbietet. Aber wir sind hungrig auf neue Idee und Applikationen. Ich will deshalb ein zukünftiges Engagement im Bereich Wide-Bandgap-Leistungshalbleiter nicht ausschließen, aber aktuell gibt es dazu keine konkreten Pläne in unserem Unternehmen.


 


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