ESIA: Die Krise geht – Europa verliert

2. Oktober 2009, 14:04 Uhr | Frank Riemenschneider, Elektronik

Es mehren sich die Zeichen, dass die schlimmste Krise der Halbleiterindustrie überhaupt bald zu Ende geht. Laut ESIA (European Semiconductor Industry Association) profitiert Europa davon allerdings weniger als andere Regionen.

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Auf den ersten Blick sind auch die von der European Semiconductor Industry Association (ESIA) veröffentlichen Zahlen bezüglich der Halbleiter-Verkäufe mehr als erfreulich: Nachdem schon der Juli gegenüber dem Juni um 5,3 Prozent zulegen konnte, konnte in Europa im August nochmals ein Wachstum von 3,9 Prozent verzeichnet werden.

Was global gesehen Freude auslöst, kann uns Europäern jedoch nicht gefallen. Das Wachstum in Europa ist nämlich das geringste von allen Regionen, in Amerika wurden im August 5,4 Prozent, in Japan 4,4 Prozent und in Asien 5,3 Prozent erzielt. Noch dramatischer sieht es im Jahresvergleich aus: gegenüber dem August 2008 verlor Europa 30,1 Prozent, Amerika nur 2,3 Prozent, Japan 21,6 Prozent und Asien 14,3 Prozent. Im sogeannten »Year-to-Date«-Vergleich, also im Zeitraum vom Jahresanfang bis jetzt, verlor Europa sogar 32,4 Prozent, weit mehr als Amerika (-12,3 Prozent), Asien (-17,6 Prozent) und Japan (-29,3 Prozent).

Ungünstig hat sich der Wechselkurs des starken Euros gegenüber dem Dollar ausgewirkt, aber selbst auf Euro-Basis hätte Europa immer noch 23,5 Prozent im Jahresvergleich verloren und läge damit immer noch unter dem Weltdurchschnitt von 16,1 Prozent.

Ein Grund dafür, dass Europa hinter den anderen Regionen hinterherhinkt, ist die positive Entwicklung beim Speicherverkauf: Der DRAM-Verkauf wuchs um 14 Prozent, der SRAM-Verkauf immerhin noch um 8,7 Prozent. Da die PC-Industrie aus Europa abgewandert ist, konnte Europa vom Speicher-Aufschwung nicht profitieren.


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