Fernseher für alle
Mit so genannten »Incentive-Programmen« bezuschusst die chinesische Regierung den Kauf von LCD-Fernsehern. Ursprünglich als Infrastrukturhilfe für die Bewohner des Hinterlandes eingeführt, gilt das Programm seit Kurzem auch für die Stadt-Bevölkerung. Zwar sind die chinesischen Display-Hersteller AU Optronics und CMO »Preferred Supplier« für dieses Programm, aber auch »Nachbarn« wie Samsung (Korea) und Sharp (Japan) bekommen ein Stück vom Kuchen – und das aus guten Gründen: Die Nachfrage ist zu hoch, um sie ausschließlich aus chinesischer Produktion abdecken zu können. Hinzu kommt, dass chinesische TV-Panel-Hersteller nur über Fabriken der 5. und 6. Generation verfügen und sich auf diesen Linien maximale Bilddiagonalen von 32 Zoll fertigen lassen.
Unter den ausländischen Herstellern profitiere Samsung laut Aussage von Thomas Wegener, TFT-LCD Marketing bei Samsung, am meisten vom Boom großer LCD-Panels, »weil wir einer der ersten waren, die die G8-Fabrik in Betrieb genommen haben, in der große Gläser über 32-Zoll produziert werden können«. Außerdem pflege Samsung eine sehr gute Zusammenarbeit mit den chinesischen Systemintegratoren, so Wegener.
Auch für Sharp ist China ein lukrativer Markt und inzwischen der drittgrößte nach Amerika und Europa. Im Geschäftsjahr 2008 hatte der chinesische Markt einen Anteil von 26,4 Prozent an den Auslandsumsätzen des Unternehmens. »Weil Sharp in China investiert hat und sich weiter wirtschaftlich engagieren wird, profitieren wir überproportional von der hochschnellenden Nachfrage nach LCD–TV-Geräten«, erklärt Maximilian Huber, President von Sharp Microelectronics. Am chinesischen Sharp-Standort in Nanjing ist zudem geplant, zusammen mit dem chinesischen Display-Hersteller CEC-PANDA LCD Technology eine LCD-Panel- und TV-Fabrik der 6. Generation als Joint-Venture aufzubauen.
Aber: Profitiert auch Europa vom »TV-Boom« in China? Indirekt ja, meint Wegener, denn die erhöhte Nachfrage sorge für ein ordentliches Preisniveau bei den großen LCD-Panels, was dem Komponenten-Markt insgesamt gut tue.
Das gleiche gilt auch für Halbleiterhersteller wie STMicroelectronics, Fairchild und Texas Instruments. Diese Firmen verspüren derzeit eine hohe Nachfrage nach analogen Komponenten. Alle profitieren von der Nachfrage in China, DC/DC-Wandler beispielsweise verkaufen sich derzeit sehr gut. Alfred Hesener, Director Marketing & Applications von Fairchild Semicondcutor, erkennt nun auch in Europa die Trendwende: »Wo immer wir hinschauen, es sieht wieder gut aus.«