Vom Forschungslabor in den Markt

CEA und Playground bauen Deep-Tech-Brücke

27. Juli 2026, 14:36 Uhr | Iris Stroh
Foto mit Pat Gelsinger und Julie Galland
Julie Galland, Direktorin der Abteilung für Technologische Forschung der CEA (rechts) und Pat Gelsinger, General Partner bei Playground Global (links) mit dem unterzeichneten MoU
© CEA

Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Deep-Tech-Unternehmen überführen: CEA und der Silicon-Valley-Investor Playground Global wollen dafür enger zusammenarbeiten. Im Fokus stehen unter anderem Mikroelektronik, KI, Quanten- und Energietechnologien.

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Die französische Kommission für alternative Energien und Atomenergie (CEA) und Playground Global, eine im Silicon Valley ansässige Deep-Tech-Venture-Capital-Gesellschaft, haben eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) unterzeichnet. Die beiden Organisationen wollen Möglichkeiten für eine strategische Zusammenarbeit ausloten, um die Kommerzialisierung bahnbrechender Deep-Tech-Technologien zu beschleunigen.

Die Vereinbarung schafft einen Rahmen, in dem CEA und Playground die nächste Generation von Deep-Tech-Unternehmen identifizieren, entwickeln und unterstützen wollen. Im Mittelpunkt stehen Bereiche wie Hochleistungsrechnen, Mikroelektronik, künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Energie, Biotechnologie und weitere strategisch wichtige Sektoren.

Die beiden Organisationen wollen eine Zusammenarbeit in zwei Hauptbereichen prüfen: zum einen bei Forschung und Entwicklung zwischen den Instituten der CEA – darunter CEA-Leti – und den Early-Stage-Portfoliounternehmen von Playground; zum anderen bei der gemeinsamen Bewertung von Deep-Tech-Projekten und Start-ups, die aus den Laboren des CEA hervorgehen. Damit sollen deren technologische Reifung, Kommerzialisierung und Skalierung unterstützt werden.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Weg von der Innovation im Labor bis hin zur globalen kommerziellen Nutzung zu beschleunigen. Dazu sollen Playgrounds Know-how beim Aufbau und der Skalierung von Deep-Tech-Unternehmen mit der wissenschaftlichen Forschungskompetenz und der Erfahrung des CEA im Technologietransfer verbunden werden.

Die Vereinbarung umfasst darüber hinaus die Suche und Bewertung neuer Technologien, Strategien für deren Kommerzialisierung sowie die Förderung von Start-ups. Dabei soll das Forschungsökosystem des CEA mit dem Investitionsnetzwerk von Playground verknüpft werden.

Vom Institut in die Industrie

»Diese Partnerschaft spiegelt die gemeinsame Überzeugung wider, dass die bedeutendsten technologischen Fortschritte durch Zusammenarbeit entstehen«, sagte Julie Galland, Direktorin der Abteilung für Technologische Forschung der CEA. »CEA bringt anerkanntes Fachwissen in den Bereichen Mikroelektronik, digitale Technologien, Photonik, Gesundheit und Energiewende ein. In Kombination mit der Erfahrung von Playground bei der Identifizierung, Finanzierung und Förderung von Deep-Tech-Unternehmen kann diese Zusammenarbeit die Reichweite des Forschungs- und Innovationsökosystems der CEA erweitern.«

»Einige der weltweit einflussreichsten Unternehmen haben ihren Ursprung in technologischen Durchbrüchen, die in Forschungseinrichtungen erzielt wurden«, sagte Pat Gelsinger, General Partner bei Playground Global. „Doch wissenschaftliche Errungenschaften allein garantieren noch keine globale Wirkung. Indem wir die außergewöhnliche technische Expertise von CEA mit der Erfahrung von Playground beim Aufbau und der Skalierung von Deep-Tech-Unternehmen zusammenführen, haben wir die Möglichkeit, vielversprechende Forschungsergebnisse in Unternehmen zu verwandeln, die neue Märkte definieren und große globale Herausforderungen angehen können.«

Über die Unterzeichnung hinaus

Die Absichtserklärung wird von beiden Seiten als ein erster Schritt hin zu einer längerfristigen Partnerschaft angesehen. Beide wollen ihre jeweiligen Forschungs-, Investitions- und Branchennetzwerke nutzen, um gemeinsam die Entwicklung von Deep-Tech-Unternehmen voranzubringen.

CEA, das in der Clarivate-Liste »Top 100 Global Innovators 2026« als weltweit innovativste öffentliche Forschungsorganisation ausgezeichnet wurde, umfasst innerhalb seines Bereichs Technologieforschung drei Institute bzw. Strukturen, die sich dem Technologietransfer beschäftigen: CEA-Leti mit Schwerpunkt Halbleiter, CEA-List mit Schwerpunkt Software und digitalen Technologien sowie ein Netzwerk regionaler Zentren, das die Technologien von CEA kleinen und mittleren Unternehmen in ganz Frankreich zugänglich macht.

CEA unterstützt den Übergang vom Labor zum Unternehmen bereits über ihre Investmenttochter CEA Investissement, die sich an vielen Spin-off-Unternehmen von CEA beteiligt. Darüber hinaus war CEA Mitbegründer von Supernova Invest, einem unabhängigen Investmentmanager, der CEA Investissement berät und sich zu einem der führenden Deep-Technology-Investoren in Frankreich entwickelt hat – mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 800 Millionen Euro, verteilt auf über 100 Investitionen in mehr als 70 Portfoliounternehmen.


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