Nach langer Durststrecke meldet sich Intel mit kräftigem Wachstum zurück: Der Umsatz sprang im zweiten Quartal um 25 Prozent und übertraf die Erwartungen deutlich. Rückenwind liefert vor allem der KI-Boom. Auch der Ausblick überzeugt – die Aktie reagierte mit einem Kurssprung.
Das Geschäft des Chipkonzerns Intel profitiert nach einer langen Durststrecke von der boomenden Halbleiter-Nachfrage beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Im zweiten Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 25 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 14,4 Milliarden Dollar gerechnet.
»KI sorgt für eine beispiellose Nachfrage nach Rechenleistung. Während wir unsere Strategie weiter umsetzen, ist Intel gut positioniert, um in unseren Bereichen CPUs, ASICs, fortschrittliche Packaging-Technologien und unserem umfangreichen Netzwerk mit Foundry-Fabs nachhaltig zu wachsen«, sagte Lip-Bu Tan, CEO von Intel. »Unsere Ergebnisse im zweiten Quartal zeigen das stärkste Umsatzwachstum seit mehr als 15 Jahren. Dazu beigetragen haben ein höheres Tempo, mehr Verantwortungsbewusstsein und eine stärkere Kundenorientierung.«
»Wir haben ein starkes zweites Quartal erzielt und unsere Finanzprognose dank einer robusten Nachfrage und einer verbesserten Umsetzung übertroffen. Dazu trugen auch höhere Produktionsmengen infolge gestiegener Fertigungsausbeuten und kürzerer Durchlaufzeiten bei«, sagte Dave Zinsner, CFO von Intel. „Die KI-getriebene Nachfrage nach Rechenleistung nimmt weiter zu. Um das erwartete Wachstum in diesem und im kommenden Jahr sowohl im Produkt- als auch im Foundry-Geschäft zu unterstützen, erhöhen wir unsere Investitionen in Fertigungsanlagen, Reinraumkapazitäten und Substrate deutlich.«
Die Bruttomarge belief sich im zweiten Quartal auf 40,4 Prozent (Q2/2025: 27,5 Prozent). Beim bereinigten Gewinn pro Aktie übertraf Intel die Wall-Street-Prognosen noch stärker: Er war mit 42 US-Cent doppelt so hoch wie von Analysten im Schnitt erwartet. Unterm Strich stand derweil ein Verlust von 11 Milliarden Dollar in der Bilanz, der allerdings auf eine buchhalterische Wertberichtigung auf treuhänderisch gehaltene Aktien zurückgeht, die im Austausch für Milliardensubventionen an die US-Regierung übergeben werden sollen.
Auch Intels Ausblick auf das laufende Quartal lag deutlich über den Markterwartungen. Für das dritte Quartal 2026 erwartet Intel nach GAAP einen Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden Dollar, eine Bruttomarge von 41 Prozent und einen verwässerten Gewinn je Intel-Aktie von 0,31 Dollar. Auf Non-GAAP-Basis rechnet Intel mit einer Bruttomarge von 42 Prozent und einem verwässerten Gewinn je Aktie von 0,38 US-Dollar.
Die Aktie stieg im nachbörslichen US-Handel zeitweise um rund zwölf Prozent.