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Umfrage von Farnell

KI auf dem Vormarsch

20. Oktober 2020, 08:10 Uhr   |  Joachim Kroll

KI auf dem Vormarsch
© Farnell

IoT-Entwickler setzen zunehmend auf KI-Technologien bei der Implementierung ihrer Produkte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Distributor Farnell im vierten Quartal 2019 durchführte.

Die Umfrage zeigt aber auch, dass das Lager der Entwickler zweigeteilt ist: Knapp die Hälfte (49 %) der Befragten verwendet bereits KI in ihren IoT-Anwendungen. Die andere Hälfte (51 %) zögert noch beim Einsatz von KI – entweder aufgrund der Neuheit der Technologie oder weil sie spezielles Know-how zur Implementierung von KI in IoT-Anwendungen benötigen. Die am häufigsten verwendete KI-Technologie ist das maschinelle Lernen (28 %), gefolgt von cloud-basierter KI (19 %). Der Einsatz von KI im IoT-Design deutet darauf hin, dass die Ingenieure das Zutrauen haben, mit KI eine Führungsrolle bei der IoT-Entwicklung zu übernehmen, denn eine wachsende Zahl von Befragten betrachtet sich als Innovatoren.

Kontrolle über die Daten behalten

Eine weitere Erkenntnis aus der zweiten globalen IoT-Umfrage von Farnell: Sicherheit ist das wichtigste Thema für Entwickler bei der IoT-Implementierung ist. Allerdings drückt der Schuh hier nicht mehr ganz so stark. Während 2018 noch 40 % der Befragten Sicherheit als ihr größtes Anliegen angaben ist dieser Prozentsatz im Jahr 2019 auf 35 % gesunken. Dieser Wert ist aber immer noch wesentlich höher als die Wichtigkeit der Konnektivität und Interoperabilität. Das dürfte daran liegen, dass die Daten, die von Menschen und Maschinen gesammelt werden, oft sehr sensibel sind. In Unternehmen, die neue IoT-Projekte in Angriff nehmen, hat die IoT-Sicherheit oberste Priorität, um Schutz vor potenziellen Bedrohungen jeglicher Art zu gewährleisten. Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt sind die Eigentumsrechte an den gesammelten Daten. In diesem Zusammenhang gaben 70 % der Befragten an, dass die von einem Edge-Gerät gesammelten Daten lieber ihr Eigentum als das Eigentum des IoT-Lösungsanbieters sein sollten.

Welchen Cloud-Service-Anbieter würden Sie für Ihre IoT-Lösung bevorzugen?Eine eigene Cloud-Lösung30 %Amazon Web Services23 %Microsoft Azure20 %Google Cloud Platform18 %Sonstige5 %IBM Watson4 %

Interessante Frage aus der Farnell-Umfrage mit eindeutiger Antwort.

Akzeptanz zugekaufter Geräte

Obwohl es viele Entwickler (46 %) noch immer vorziehen, eine vollständige Edge-to-Cloud- und Sicherheitslösung selbst zu entwickeln, zeigt die Umfrage, dass die Bereitschaft zur Integration produktionsfertiger Lösungen steigt. Im Vergleich zu 2018 bestätigten 2019 12 % mehr Befragte, dass sie Drittanbieter-Geräte in Betracht ziehen würden, insbesondere wenn die internen Ressourcen begrenzt sind oder die Markteinführungszeit von entscheidender Bedeutung ist. Dazu dürfte auch beitragen, dass das Angebot an Hardware und Software zur Unterstützung der IoT-Entwicklung neue Möglichkeiten bietet. Mehr Befragte als bisher weisen auf die spürbare Innovationskraft von Start-ups hin (33 % gegenüber 26 %), die von der breiten Verfügbarkeit modularer Lösungen und Maker-Boards auf dem Markt profitieren. Der Anteil der Befragten, die Standardhardware einsetzen, ist ebenfalls von 50 % im Jahr 2018 auf 54 % gestiegen.

Zukunftsmärkte Industrie und Smart Cities

Trotz der raschen Verbreitung intelligenter Alltagsgeräte wie Alexa von Amazon und Google Home, die eine weit verbreitete Akzeptanz von IoT im Verbraucherbereich belegen, belegt die Farnell-Studie 2019 eine leichte Fokusverschiebung weg von der Konsumelektronik. Der Anteil der Befragten, die sie als die wirkungsvollste IoT-Anwendung der nächsten fünf Jahre bezeichneten, hat sich von 27 % auf 22 % reduziert. Industrielle Automatisierung und Smart Cities legten mit 22 % bzw. 16 % zu, was auf einem zunehmenden Verständnis des Mehrwerts beruht, den IoT-Daten Unternehmen bringen können.

Die Umfrage wurde zwischen September und Dezember 2019 mit 2015 Befragten aus 67 Ländern in Europa, Nordamerika und im APAC-Raum durchgeführt. An der Umfrage nahmen überwiegend Entwickler, die an IoT-Lösungen arbeiteten (59 %), sowie Käufer von Bauelementen für IoT-Lösungen.

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