Mehr Rechendichte auf engem Raum

Welche Rechnerarchitekturen bei wenig Platz und Kühlung?

3. März 2026, 9:00 Uhr | Claus Giebert, Product Sales Manager Modular Solutions bei Advantech / ak
Eine hohe Leistungsdichte bietet das COM-HPC-Server-Size-E-Modul SOM-E780.
© Advantech

Weil KI-, Cloud- und Edge-Computing-Arbeitslasten weiter zunehmen, stehen Unternehmensnetzwerke vor der Herausforderung, eine anhaltend hohe oder wachsende Leistung trotz strenger Platz- und Wärmebegrenzungen bereitzustellen. Mit welchen Architekturen lässt sich dies erreichen?

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Das Gleichgewicht zwischen Rechenleistung, Effizienz und Skalierbarkeit ist zu einer unvermeidlichen Designüberlegung geworden, besonders für Unternehmen, die dichtgedrängte Serverumgebungen betreiben oder Rechenleistung an der Edge bereitstellen. Ein Ansatz, der sich immer mehr durchsetzt, sind eng integrierte, modulare Plattformen, die verschiedene Recheneinheiten – CPU, GPU und FPGA – in einer einzigen, kompakten Einheit vereinen. Dieses Architekturmodell bietet eine hohe Rechendichte und viel Flexibilität bei der Anpassung von Lösungen an spezifische Arbeitslast- und Energieanforderungen.

Das Dichte-Dilemma

Rechenzentren und Netzwerkumgebungen sind oft vollgepackt mit Hardware, die rund um die Uhr arbeiten muss. Dies führt zu einem hohen Stromverbrauch, erheblicher Wärmeabgabe und begrenztem Spielraum für die Skalierung. Mehr Rechenleistung bedeutet meist mehr Platz, mehr Kühlung und mehr Komplexität – Kosten, die viele Betreiber vermeiden wollen.

Das COM-HPC-Server-Size-E-Modul SOM-E780 unterstützt bis zu 512 GB Speicher.
Das COM-HPC-Server-Size-E-Modul SOM-E780 unterstützt bis zu 512 GB Speicher.
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Die Erhöhung der Rechendichte ist eine Lösung, die jedoch mit Abstrichen verbunden ist. Thermische Beschränkungen begrenzen die Leistung, die sich auf einer bestimmten Grundfläche unterbringen lässt. Kühlsysteme haben nur eine begrenzte Leistung. Daher ist die Effizienz, sowohl in Bezug auf den Stromverbrauch als auch auf die Beschleunigung der Arbeitslast, genauso wichtig wie die reine Leistung.

Eine integrierte, modulare Lösung

Ein chinesisches Technologieunternehmen hat diese Herausforderung kürzlich mit der Entwicklung seiner AI Super Fusional Computility Solution gemeistert, die für Unternehmens- und Netzwerkanwendungen konzipiert ist. Die Plattform integriert vier verschiedene Verarbeitungseinheiten – CPU, GPU, FPGA und einen Management-Controller – in ein einziges rackmontiertes Gehäuse. Das Ziel: möglichst hohe Leistung pro Watt bei gleichzeitiger Kompaktheit und Skalierbarkeit.

Um dies zu erreichen, griff das Technologieunternehmen auf modulare Bausteine zurück. Die Recheneinheit, die von Advantechs Computer-on-Module SOM-E780 mit High-End-x86-Prozessoren betrieben wird, ermöglicht es Systemintegratoren, bis zu vier Module pro Einheit zu skalieren und in der maximalen Konfiguration mehr als 200 Rechenkerne bereitzustellen. Dies ermöglicht eine fein abgestimmte Leistungsoptimierung je nach Kundenbedarf und Energiebudget.

Das SOM-E780 unterstützt bis zu 512 GB Speicher, verfügt über 79 PCIe-Gen4-Lanes und verbraucht nur 225 W pro 64-Kern-Modul. Außerdem bietet es integrierte Softwareunterstützung für Remote-Management und -Integration. Für Datenbeschleunigungsaufgaben wie KI-Inferenz, Paketverarbeitung und Verschlüsselung werden die FPGAs genutzt, um bestimmte Arbeitslasten auszulagern und zu optimieren.

Die wichtigsten Erkenntnisse für Systementwickler

Diese Plattform ist nur ein Beispiel dafür, wie Anbieter ihre Rechenarchitekturen überdenken, um neuen Anforderungen gerecht zu werden. Eine wichtige Erkenntnis aus diesem und ähnlichen Entwürfen ist die Bedeutung der Priorisierung von Modularität. Die Verwendung modularer Recheneinheiten wie COM-HPC oder SOM vereinfacht es, das richtige Gleichgewicht zwischen Kosten, Leistung und thermischer Effizienz zu finden. Außerdem ermöglichen diese Recheneinheiten eine schnellere Anpassung und unterstützen einen längeren Produktlebenszyklus.

Ebenso wichtig ist die Integration heterogener Rechenelemente. CPUs, GPUs und FPGAs bieten jeweils unterschiedliche Vorteile, und ihre Zusammenführung in einer einzigen Plattform ermöglicht es Systementwicklern, die richtige Verarbeitungseinheit auf die richtige Arbeitslast abzustimmen und so die Effizienz des Gesamtsystems zu verbessern.

Schließlich sind effektives Management und Skalierbarkeit für Systeme mit hoher Dichte unerlässlich. Diese Plattformen müssen mit robusten thermischen Steuerungs- und Fernverwaltungsfunktionen ausgestattet sein. Eingebettete Tools zur Überwachung, Diagnose und Systemsteuerung (wie DeviceOn und iManager) spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung einer konstanten Leistung und der Minimierung von Ausfallzeiten.

Claus Giebert von Advantech
Claus Giebert, Advantech: » Modulare Hochleistungsplattformen, die die Stärken von CPU, GPU und FPGA in einem einzigen energieeffizienten Gehäuse vereinen, weisen den Weg in die Zukunft.«
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Ausblick

Weil die Arbeitslasten immer vielfältiger werden und die Infrastrukturbeschränkungen zunehmen, bleibt die Rechendichte eine entscheidende Herausforderung für Unternehmensnetzwerke. Modulare Hochleistungsplattformen, die die Stärken von CPU, GPU und FPGA in einem einzigen energieeffizienten Gehäuse vereinen, weisen den Weg in die Zukunft.

Durch die Fokussierung auf ein skalierbares Design, heterogene Rechenleistung und leistungsstarke Management-Tools können Systemarchitekten Lösungen entwickeln, die nicht nur Leistung bieten, sondern auch den realen Einschränkungen moderner Implementierungen gerecht werden.

Advantech auf der embedded world 2026: Halle 3, Stand 339


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