Segger Microcontroller hat »emApps« vorgestellt, ein Software-Framework zum Erstellen und Ausführen von Apps, also kleinen Programmen, die dynamisch geladen und in einer Sandbox-Umgebung ausgeführt werden können. Dirk Akemann, Head of Technical Marketing bei Segger, gibt nähere Informationen.
Elektronik: Worum handelt es sich bei emApps?
Dirk Akemann: emApps ist zunächst eine Plattform, die es Entwicklern ermöglicht, nachladbare, vom Hauptsystem mittels Sandbox abgeschirmte Apps zu erstellen und in ihre Produkte zu integrieren.
Welche Möglichkeiten eröffnet die emApps-Plattform Entwicklern?
Mit emApps lassen sich Funktionen nachträglich in ein System implementieren. Je nach Anwendung geht das auch so weit, dass Endkunden ihre eigenen Apps für das System erstellen und nachladen können.
Für welche Anwendungen stehen Apps bereit?
Grundsätzlich liegt es bei den Entwicklern, zu entscheiden, welche Funktionen Apps innerhalb ihres Systems übernehmen dürfen. Durch die hohe Flexibilität der Apps lässt sich der jeweilige Anwendungsbereich fast beliebig definieren. Bei Segger werden Apps schon seit einigen Jahren als Teil des Stand-Alone-Modus der »Flasher«-Programmiergeräte verwendet. In diesem Kontext sind die Apps dafür verantwortlich, die für den jeweiligen Programmiervorgang spezifischen Flashload-Algorithmen bereitzustellen.
Wie lassen sich die einzelnen emApps kombinieren und zu einer Plattform ausbauen?
Das hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Kunden können eine solche Plattform einfach mit einem Modul zum Nachladen der Apps ausstatten. Dies kann bis hin zur Implementierung eines App Stores reichen. Alternativ lässt sich der Ansatz auch deutlich vereinfachen, indem Apps ähnlich wie bei den Flasher-Programmiergeräten per USB direkt in den Gerätespeicher geladen werden.
Auch das »Flasher SDK« ermöglicht das Programmieren von Apps, und zwar für die Flasher-Programmiergeräte. Welche Funktionen bietet es?
Das Flasher SDK bietet alle Funktionen, die erforderlich sind, um Programmiersupport und Testapplikationen für das eigene System selbst zu entwickeln.
Welche Möglichkeiten eröffnet das Flasher SDK Entwicklern?
Zunächst ermöglicht es die Unterstützung von Devices, die von Segger noch nicht unterstützt werden. In solchen Fällen können Kunden den erforderlichen Support selbst implementieren. Darüber hinaus gibt es Konfigurationen, die so exotisch sind, dass eine allgemeine Unterstützung wirtschaftlich kaum sinnvoll ist. Auch hier bietet das Flasher SDK die Möglichkeit, individuelle Lösungen selbst umzusetzen.
Wie hängt das Flasher SDK mit den emApps zusammen? Welche Möglichkeiten eröffnet die Kombination von Flasher SDK und emApps?
Hier wird es spannend. Weil mit dem Flasher SDK auch Apps entwickelt werden können, lassen sich komplexere Vorgänge direkt über den Flasher ausführen. So kann der Flasher vor oder nach dem Programmieren auch Gerätetests ausführen.
Welche Produkte und Lösungen präsentiert Segger auf der embedded world 2026?
Die embedded world 2026 nutzen wir, um potenziellen Kunden das komplette Segger-Portfolio zu präsentieren, das den gesamten Prozess abdeckt - von der Erstellung und dem Build von Firmware über Debugging und Verifikation bis hin zur Programmierung (Create, Build, Debug, Verify, Program). Darüber hinaus positionieren wir uns mit mehreren Fokusthemen. Dazu zählen vor allem emApps, der neue sichere Bootloader-Baukasten emBoot-Secure (Kontext CRA) sowie unsere nächsten Schritte im Zusammenhang mit unserem RTOS embOS-Ultra.
Segger auf der embedded world 2026: Halle 4, Stand 367