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»Flasher PRO« von Segger erhält Bestnoten


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

4) Fazit

Für die abschließende Beurteilung haben wir die Tester gebeten, übergreifende Aspekte zu bewerten.

  • Preis-Leistungsverhältnis  2,40
  • Lieferumfang/Dokumentation  1,80
  • Praktischer Betrieb  1,60
  • Gesamteindruck  1,70

➔ Beim Preis scheiden sich bekanntlich die Geister. Viele Tester gingen in ihren Kommentaren auf den Preis ein: »Für den Einsatz in der Entwicklung teuer, für den Einsatz in der Fertigung akzeptabel.«, lautet ein Kommentar, der auch den Tenor der Kommentare weiterer Tester trifft. Die Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses beeinflusst die Gesamtnote des Fazits, die mit 1,9 etwas unterhalb der Wertung des Gesamteindrucks liegt.

Mit Blick auf die Funktion lobt ein Tester: »Es wurde an alles gedacht und es ist sehr intuitiv bedienbar.« Weitere Stimmen: »Doku und Qualität stimmen und ergeben einen guten Eindruck. Lebensdauer und Schutz gegen Fehlanschlüsse ist noch unklar, da Langzeiterfahrung fehlt. Display und vom Host unabhängige Bedienung wäre schön, aber würde das Gerät vermutlich auch teurer machen.« »Betrieb mit einfachen Mikrocontrollern (GD32E230) sehr gut, SoC nur befriedigend (unterstützte Targets und Flashes).

Funktioniert im PC-Betrieb und stand-alone relativ problemlos, bis auf die Hakeleien mit RP2040 und IMXRT1021 sowie dem Wunsch, neuere ARM-Targets mit externem NAND-Flash zu unterstützen, habe ich keine Kritikpunkte.« Ein Tester merkt an: »Erst weitere Tests im Produktiveinsatz zeigen die Probleme. Support wird kontaktiert werden!«, und ein weiterer Tester wünschte sich mehr Zeit für das Testen, dann wäre er »vermutlich mehr zufrieden«. Doch damit wir Ihnen, liebe Leser, das Ergebnis des Tests präsentieren können, mussten wir den Testern ein Zeitlimit geben.

Segger reagiert auf die Kommentare der Tester

Bereits während des Tests haben einzelne Tester Kontakt zu Segger aufgenommen. Die Rückmeldungen der Tester nutzt Segger, um den Flasher PRO zu verbessern. Zusammenfassend schreibt das Unternehmen:
»Zunächst einmal danken wir den Testern sehr herzlich für ihre aufgewendete Zeit und das große Lob für unsere Flasher. Wir freuen uns aber wenigstens genauso über die konstruktive Kritik an dem einen oder anderen Punkt, die uns hilft, unsere Produkte weiter zu verbessern.

Wir danken auch der Elektronik-Redaktion, ihren Lesern an dieser Stelle ganz konkrete Schritte vorzustellen. Viele Hinweise wurden bis zum Erscheinen dieser Ausgabe bereits umgesetzt.«

Zu 1.2. Dokumentation
»Vielen Dank für den Hinweis, die Konformitätserklärung ist nun auch direkt von den Produktseiten herunterladbar.«

Zu 1.3. Lieferumfang
»Auch hier danken wir für den Hinweis, Website und Benutzerdokumentation wurden entsprechend den Hinweisen der Tester angepasst. Im Rahmen unser Nachhaltigkeitsinitative arbeiten wir bei Segger daran, den Inhalt von Packungen individuell an Kunden anzupassen, um den Kundenbedürfnissen am Besten zu entsprechen. Wenn Kabel nicht benötigt werden, wird der Lieferumfang entsprechend reduziert. Nicht ›One size fits all‹ ist für uns die Lösung, sondern ›Best fit for customer needs‹.«

Zu 2.1. Installation
»Raspberry Pi OS wurde in den Debian Versionen 8, 9 und 10 von uns getestet. Wir würden uns freuen, wenn der Tester Kontakt mit uns aufnehmen würde, damit wir sein Problem nachvollziehen können.«

Zu 2.2. Unterstützte Bausteine
»Der LS1023A steht nicht auf der offiziellen Liste der unterstützten Devices des Flasher PRO. Um ein einfaches und für Kunden zeitsparendes Procedere für Anfragen zu bis dato nicht unterstützten Bausteine zu ermöglichen, werden wir bis Ende 2021 ein Formular auf unserer Website implementieren.«

Zu 2.3. Vorbereiten des Stand-alone-Betriebs
»Hinsichtlich des Auslesens eines EEPROMs bitten wir um Kontaktaufnahme seitens des Testers, um seinen Anwendungsfall verstehen zu können. Bislang hatten wir keine entsprechenden Anfragen erhalten.

Generell funktioniert die Programmierung sowohl im Host- als auch im Stand-alone-Betrieb, es sei denn, im Stand-alone-Betrieb wird eine nicht unterstützte CPU eingesetzt. Auch hier bitten wir um Kontaktaufnahme, um die Konfiguration des Testers und das aufgetretene Problem nachvollziehen zu können.«

Zu 2.4. Vorbereiten des Host-Betriebs
»Unsere Geräte werden selbstredend ausgiebig unter Linux getestet, allerdings gibt es unzählige Linux-Distributionen. Mit welchen Linux-Distributionen unsere Flasher getestet wurden, ist in einem Wiki-Eintrag nachzulesen. Wir greifen den Hinweis des Testers – für den wir sehr dankbar sind – auf und platzieren den Link auf der Produkt- Website noch prominenter.«

Zu 3.2. Geschwindigkeit
»Wir haben den Anspruch, die schnellsten Flash-Programmiergeräte am Markt zu produzieren. Die von einem Tester erreichte Datenrate von 20 kB/s kommt nicht einmal annähernd in den Bereich, der üblicherweise von unseren Kunden und anderen Testern erreicht wird.

Standardmäßig werden für die Programmierung die Schritte CheckBlank, Erase, Program und Verify vorgenommen. Eine mögliche Erklärung für die niedrige Geschwindigkeit könnte im für den Test genutzten Speicher liegen. Falls der Speicher nicht fabrikneu war, wird der Gesamtvorgang durch die Löschung des Speichers drastisch verlangsamt. In unserer Software können die Schritte CheckBlank und Erase natürlich auch vom Anwender abgewählt und somit übersprungen werden. Beim Einsatz von OpenOCD muss beim entsprechenden Kommando der Schritt Löschen optional und aktiv dem Schreiben vorangestellt werden: flash write_image [erase] [unlock] filename [offset] [type]. Insofern vermuten wir, dass hier eventuell zwei unterschiedliche Szenarien verglichen wurden. Deshalb würden wir uns freuen, wenn der Tester Kontakt mit uns aufnimmt, damit wir seine konkrete Konfiguration nachvollziehen und ihm Hinweise zur Beschleunigung der Programmierung geben können.«

Zu 3.3. Zuverlässigkeit
»Wir danken dem Tester sehr für seinen Hinweis, tatsächlich wurde die Log-Datei auf dem Flasher PRO XL fehlerhaft im internen Dateisystem der SD-Karte abgelegt. Bis zum Erscheinen dieses Heftes sollte der Fehler behoben sein und auch allen Nutzern ein Firmware-Update zur Verfügung stehen.

Die geschilderten Probleme mit dem i.MX RT1021 konnten wir nicht nachvollziehen, ein EVAL-Board RT 1020 – auf dem ein RT 1021 implementiert ist – konnte von uns ohne Probleme programmiert werden. Wir bitten den Tester mit uns in Kontakt zu treten, um sein Vorgehen und sein Problem nachvollziehen und lösen zu können.«

Zu 3.4. Sicherheit
»Wir danken für den Hinweis, den wir gerne aufgenommen haben. Die Benutzerdokumentation wurde von uns in Bezug auf die Rückverfolgbarkeit überarbeitet. Die neue Version beinhaltet bereits eine entsprechende Sektion.«


  1. »Flasher PRO« von Segger erhält Bestnoten
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