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Interview mit Dr. Dominik Ressing

»Embedded ist ein Wachstumsmotor«

02. Juli 2021, 07:30 Uhr   |  Tobias Schlichtmeier

»Embedded ist ein Wachstumsmotor«
© Avnet Embedded

Dr. Dominik Ressing ist Vice President der neu gegründeten Organisationseinheit Avnet Embedded bei der Avnet-Gruppe.

Zum 1. Juli 2021 gründete die Avnet-Gruppe eine neue Organisationseinheit: Avnet Embedded. Hiermit richtet das Unternehmen den Fokus stark auf den Embedded-Markt aus. Was das Unternehmen dazu bewogen hat, erklärt Dr. Dominik Ressing, Vice President des neuen Geschäftsbereichs.

Dr. Dominik Ressing ist Vice President Avnet Embedded bei der Avnet-Gruppe und verantwortlich für das komplette Embedded-Geschäft der Avnet weltweit. Herr Dr. Ressing hat einen Abschluss in Physik am KIT und ist seit 2002 im Unternehmen tätig. Er bekleidete Positionen in der Systementwicklung, dem Entwicklungsmanagement, der Geschäftsführung von Fertigungstochterunternehmen sowie der Leitung von Business Units.

Herr Dr. Ressing, Sie sind Vice President (VP) der neu geschaffenen Organisation Avnet Embedded. Was bedeutet dieser Brand für die Avnet-Gruppe?

Avnet gibt ein klares Commitment ab, im Embedded-Markt weltweit eine führende Rolle spielen zu wollen und den Erfolg der letzten Jahre weiter auszubauen. Der Embedded-Bereich ist einer der bedeutenden Wachstumsstrategien des Avnet-Unternehmens.

Welche Leistungen bieten Sie Ihren Kunden mit der neuen Organisation?

Wir konzentrieren unsere Ressourcen ausschließlich auf das Embedded-Geschäft und fertigen komplexe Industrieprodukte. Alle auf Basis unserer breiten Palette an Embedded- und Display-Modulen, Konnektivitäts- und Speicherkomponenten sowie der nötigen Software-Anwendungen. Mit der neuen Organisation sind wir in der Lage, unsere technischen Fähigkeiten zu erweitern sowie den Support durch unsere erfahrenen Teams weiter zu verbessern. Außerdem können wir unsere Embedded-Produkte in größeren Stückzahlen im eigenen Haus produzieren.

Was bedeutet das konkret für Ihre Kunden?

Ein wesentlicher Punkt ist der Plattformgedanke: Wir investieren stark in Ready-to-use-Plattformen, die spezielle Anforderungen in unterschiedlichen Märkten erfüllen. Ein Beispiel hierfür ist unsere Intelligent-Vision-Plattform, die eine Videoanalyse am Edge erlaubt. Mithilfe minimaler Modifikationen ist sie individuell an die jeweilige Kundenanwendung anpassbar. Hiermit bieten wir die Möglichkeit, neue Technologien selbst für Projekte mit kleinen Stückzahlen verfügbar zu machen. Das ist gerade für den zentraleuropäischen Markt bedeutend, der stark von Mittelständlern beherrscht wird. Zudem steht beim Entwickeln von Embedded-Produkten immer mehr die Software im Vordergrund. Mit der Übernahme des Software-Spezialisten Witekio und Einbinden in die Avnet Embedded steht uns eine schlagkräftige Software- und IoT-Entwicklungsgruppe zur Verfügung. So können wir eigene Software-Plattformen entwickeln sowie Komplettlösungen anbieten.

Also bedienen Sie ebenfalls die steigende Nachfrage nach individuellen Designs?

So ist es. Unsere Kunden gehen mit zunehmender Komplexität der Embedded-Technik immer mehr von einem Chip-Design hin zu einem kompletten Modul-Design. Wir richten unsere Prozesse im Unternehmen darauf aus und entwickeln uns immer mehr von einer reinen Bauteilvertriebsorganisation zum Lösungsanbieter.

Können Sie ein konkretes Beispiel geben?

Ein Beispiel dafür sind die komplexen CPU-Technologien, unter anderem von Intel und NXP. Die neue i.MX8-Prozessorfamilie von NXP zeichnet sich über eine hohe Leistung aus, zum Beispiel mit Multi Cores und integrierten Co-Prozessoren. Um die zahlreichen Features auszuschöpfen, ist ein umfassendes Know-how nötig. Da NXP viele Kunden nicht mehr direkt unterstützt, kommen wir ins Spiel und bieten den gewünschten technischen Support an. Gerade für mittelständische Unternehmen ist das interessant.

Was ist für den optimalen Support nötig?

Wir sind davon überzeugt, dass wir die Schlüsseltechnologien im eigenen Haus beherrschen müssen. Außerdem arbeiten wir – wie bereits in den letzten Jahren – sehr vertrauensvoll mit Technologiepartnern zusammen, um das beste technische Produkt für den Kunden zu realisieren.

Welches sind die Treiber für die Anwendungen der Zukunft?

Gerade die neuen Möglichkeiten der Mensch-Maschine-Schnittstellen (HMIs) treiben die Technologien und Anwendungen derzeit an. Unser künftiges Wachstum ist außerdem sehr wesentlich von Anwendungen rund um künstliche Intelligenz (KI) abhängig. Sie ermöglichen neue Methoden, wie Menschen mit Maschinen interagieren. Wir wollen unseren Kunden innovative HMI-Schnittstellen bereitstellen und auf ihre Anwendungen adaptieren. Beispielsweise ein spezielles Display für eine Fräsmaschine oder eine hochwertige Sprachsteuerung für ein Medizingerät oder für ein System in einer Maschinenhalle.

Welche Anforderungen muss ein HMI-System erfüllen?

Die Aufgaben, die ein modernes HMI-System erfüllen muss, sind vielfältig. Bei Fahrzeugen für die Landwirtschaft oder Baufahrzeugen etwa spielen eine kundenspezifische Ausstattung sowie spezielle Anforderungen für den Einsatz in rauen Umgebungen eine große Rolle. Bei medizinischen Geräten hingegen stehen Sicherheitstechnik und Zertifizierung im Vordergrund. Auch in der Automatisierungstechnik sind moderne, auf KI basierende, Mensch-Maschine-Interaktionssysteme gefragt.

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2. »Wir besitzen eine tiefe Kenntnis der Lieferkette«

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