Tauchleuchte aus dem 3D-Drucker

Erleuchtung im Rausch der Tiefe

6. Februar 2017, 11:22 Uhr | Karin Zühlke

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Leuchtstärke von bis zu 70.000 Lux...

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Canto fertigt nicht nur die Serie mit Eos-Technologie, sondern nutzte sie auch zur Produktentwicklung. Auf dem Eos-System entstanden Prototypen, um den Abstand zwischen beweglichen Teilen immer weiter reduzieren zu können. Mit den Prototypen wurden auch Funktions- und Belastungstests durchgeführt, um z.B. den Verschleiß der Rastung in Schlamm und Sand zu ermitteln.
© Eos

Außerdem berechnete Canto im Vorfeld die Kräfte des Bajonett-Verschlusses. Parallele Versuche dienten dazu, die Haptik anzupassen und die Härte des Ein- und Ausrastens zu ermitteln. Denn für Taucher ist es wichtig, auch unter Stress, bei Dunkelheit und mit Handschuhen eine haptische Rückmeldung des Verschlusses zu bekommen. Canto fertigt nicht nur die Serie mit Eos-Technologie, sondern nutzte sie auch zur Produktentwicklung. Auf dem Eos-System entstanden Prototypen, um den Abstand zwischen beweglichen Teilen immer weiter reduzieren zu können. Mit den Prototypen wurden auch Funktions- und Belastungstests durchgeführt, um z.B. den Verschleiß der Rastung in Schlamm und Sand zu ermitteln.

Die neue Leuchte setzt in der Tat Maßstäbe für technische Taucher: Das Gewicht liegt bei nur 580 Gramm, sodass die Lichtquelle komfortabel zu handhaben ist. Durch die Funktionsintegration konnte die Zahl der zu montierenden Bauteile von drei auf eines reduziert werden. Zudem musste Canto so nicht eigens ein teures Spritzgusswerkzeug anfertigen, was Zusatzkosten von insgesamt bis zu 35.000 Euro bedeutet hätte. Trotz des enormen Leistungsumfangs und des geringen Gewichts erreichen die Qualität und damit die Belastbarkeit ebenfalls die gewünschten Vorgaben.

Das bestätigen auch die Mitglieder von Cavebase, einer nicht kommerzielle Gruppe von Höhlentauchern, die die „Thor Rev 2.0“ bereits erfolgreich nutzt und mitentwickelt hat: »Ich bin sehr zufrieden, die Lampe ist robust und zuverlässig. Der Adapterverschluss ist einfach zu bedienen, mit hervorragendem haptischem Feedback«, sagt Wilke Reints, einer der Taucher. Das LED-Leuchtsystem ist wie gewünscht besonders hell. Die Korona gewährleistet auch Sicht jenseits des Spots. Eine automatische Kühlung sorgt für eine lange Lebensdauer des Systems. Dank des innovativen Anschlusses ist auch der gewünschte Wechsel von Brenner und LED unter Wasser einfach möglich – ein Sicherheitsplus.

Entsprechend zufrieden ist auch Hagen Tschorn: »Eos hat uns spüren lassen, dass sie kreative Dienstleister unterstützen, die auf der Suche nach neuen Anwendungsfeldern sind. Damit bieten wir unseren Endkunden eine Komplettlösung: Engineering und Fertigung inklusive.« Das Ergebnis dieser Partnerschaft scheint wahrlich hell: Die „Thor Rev 2.0“ erreicht eine Leuchtstärke von bis zu 70.000 Lux – die typische Lichtstärke liegt an einem hellen Sommertag bei 100.000 und an einem bedeckten Sommertag bei 20.000 Lux. Mit dieser Power können sich Taucher sicher in die Dunkelheit der Tiefe begeben.


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  2. Leuchtstärke von bis zu 70.000 Lux...

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