Cybersecurity

Hacker müssen draußen bleiben

19. September 2019, 14:30 Uhr | Autor: Oliver Winzenried | Redaktion: Tobias Schlichtmeier, Cornelia Meier

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Hacker-Wettbewerb meets Forschung

Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, ob die Verschlüsselung auch hält, was sie verspricht? Dazu hat sich Wibu-Systems etwas ganz Besonderes einfallen lassen – einen Hacker-Wettbewerb. Er bietet »Hobby-Hackern« die Möglichkeit, die Verschlüsselungs-Software zu knacken. Keinem Teilnehmer der bisher sieben Wettbewerbe ist es gelungen, die geschützte Beispielsoftware zu hacken.
Bevor die Hacker herausgefordert werden, erweitern die Entwickler von Wibu-Systems ihr Know-how auch hinsichtlich möglicher Angriffe. Überlegungen sind zum Beispiel: »Wie gehen Hacker vor?« oder »Welche Angriffstools gibt es aktuell auf dem Markt?«. Sie fließen dann in die Beispielsoftware ein, die die Wettbewerbsteilnehmer bekommen, aber auch in das Schutzkonzept von CodeMeter. Wer weiß, vielleicht gehört Ihr ja bald zu den Ersten, die es schaffen, die Software erfolgreich zu hacken.

Aber nicht nur Hacker-Wettbewerbe, sondern auch Forschungsprojekte sind wichtig für die Weiterentwicklung der Cybersicherheit. Das Projekt »IUNO« war ein nationales Projekt zur IT-Sicherheit in der Industrie 4.0 – 21 Projektpartner aus Industrie und Forschung nahmen teil. Sie haben Bedrohungen und Risiken für die intelligente Fabrik der Zukunft identifiziert, Schutzmaßnahmen entwickelt und am Ende auch in Anwendungen umgesetzt. Eine davon ist der sogenannte »Technologiedatenmarktplatz«, bei dem auch CodeMeter zum Einsatz kommt.

Der Technologiedatenmarktplatz ist an einen App-Store angelehnt. Auf ihm handeln die Teilnehmer mit Daten, die sie für einen Herstellungsprozess benötigen. Auch Ingenieure in der Industrie wollen ganz einfach benötigte Fertigungsdaten, Parametersätze oder Rezepte lizenzieren und nutzen. Hierbei gibt es zwei Herausforderungen. Erstens, einen für den Nutzer reibungslosen Ablauf bereitstellen und zweitens, dem Lizenzgeber der Daten oder Rezepte ermöglichen, eine Gebühr für die Verwendung der Daten durchzusetzen. Natürlich dürfen dabei die Daten selbst nicht klar lesbar oder ohne die passende Lizenz nutzbar sein, denn die Daten sind das schützenswerte Gut des Lizenzgebers.

Cocktailmixer als Demonstrator im Forschungsprojekt »IUNO«.
Cocktailmixer als Demonstrator im Forschungsprojekt »IUNO«.
© Bild: Wibu-Systems

Ein Cocktailmixer machts möglich

Für den Technologiedatenmarktplatz hat sich Wibu-Systems etwas Spezielles ausgesucht. Einen automatischen Cocktailmixer, bei dem die Rezeptur das schützenswerte Gut ist. Durch Verschlüsseln und Speichern der Schlüssel und Nutzungsrechte im »CmDongle« ist der Zugriff auf Technikdaten nur mit gültiger Lizenz möglich. Das Ganze funktioniert so: Über den Onlinemarktplatz wird die Lizenz für das gewünschte Cocktailrezept ausgewählt, mit Bitcoin bezahlt, auf den Mixer samt Lizenz und Schlüsselmaterial übertragen und dann der Cocktail zubereitet. Auf verschiedenen Messen wie der Hannover Messe konnten Besucher die Lizenzierung kennenlernen und den Cocktailmixer ausprobieren. In der Industrie könnte man das Beispiel auf Maschinenparameter oder Baupläne für 3D-Drucker übertragen. Aus technischer Sicht ist es nicht relevant, um welche Art von Daten es sich handelt.

 

Der Autor

Oliver Winzenried
Oliver Winzenried studierte Elektrotechnik an der Universität Karlsruhe und gründete 1989 mit Marcellus Buchheit Wibu-Systems. Er ist auch Vorstand des Unternehmens. Seine Leidenschaft für Schutz von Software findet sich in Patenten, die vom sicheren Lizenzmanagement über Integritätsschutz bis zu Produktinnovationen bei Dongles reichen. Er ist im Vorstand des VDMA Baden-Württemberg, im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik im VDMA sowie im Hauptvorstand des BITKOM e. V. E-Mail: Info@wibu.com
© Bild: Wibu-Systems
Wibu-Systems

Bereits seit 30 Jahren unterstützt das Unternehmen weltweit Software-Hersteller und Hersteller intelligenter Geräte bei der Verschlüsselung von Software, Firmware und Daten. Zudem hilft Wibu-Systems, zusätz­liche Geschäftsmöglichkeiten mittels Lizenzierung von Software-Funktionen zu eröffnen. Dazu haben die Entwickler des Software-Spezialisten die Anwendung CodeMeter programmiert, die in jeder Branche eingesetzt werden kann.
Die Mitarbeiter nutzen bei der Entwicklung von CodeMeter neue Techniken und bewegen sich bei ihrer Arbeit im Windows-, Linux-, MacOS- sowie im Embedded-Umfeld. Unterschiedliche Entwicklungsumgebungen kommen dabei zum Einsatz. Um aktuelle Nutzer- und Marktanforderungen umzusetzen, kooperiert das Unternehmen intensiv mit Forschungseinrichtungen, beteiligt sich an Forschungsprojekten und arbeitet in wichtigen Verbänden wie dem Bitkom oder dem VDMA mit.


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