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Start-up aus Japan

Bluetooth-Gesichtsmaske übersetzt in 8 Sprachen

04. August 2020, 12:20 Uhr   |  Selina Doulah

Bluetooth-Gesichtsmaske übersetzt in 8 Sprachen
© Donut Robotcs

Gesichtsmaske übersetzt gesprochene Worte direkt in Text und übersetzt ihn in acht Sprachen.

Not macht erfinderisch: Das Start-up Donut Robotics hat eine intelligente Gesichtsmaske mit eingebauter Übersetzung entwickelt. Die »C-Face« -Maske ist über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, um Anrufe zu tätigen oder gesprochene Wörter in Text umzuwandeln und zu übersetzen.

Einige Menschen können sich noch immer nicht zu einer Gesichtsmaske zum Schutz anderer gegen das Coronavirus durchringen, manche demonstrieren sogar gegen sie. Das japanische Start-up »Donut Robotics« sieht in ihr aber einen weiteren Nutzen, der schon bald zum Trend werden könnte: Das Team hat eine gewöhnliche Stoff-Maske mit Bluetooth versehen, das sich mit einer App verbindet. Die App wandelt die gesprochene Sprache in Text um und kann sie in acht verschiedene Sprachen übersetzen. Eine internationale Multitasking-Maske sozusagen.

Anrufe aus der Ferne können entgegen genommen werden, ohne direkt ins Handy sprechen zu müssen. Die Entwickler-Firma, vermarktet bisher eine App, die Textnachrichten per Sprache versendet. Nun hat das Start-up eine Erweiterung entwickelt, mit der Nutzer während der Coronavirus-Krise in Verbindung bleiben können.

Mit Innovation aus der Krise

Die Idee für die Maske kam den Ingenieuren, als sie auf der Suche nach einem Produkt waren, das dem Unternehmen helfen sollte, die Pandemie zu überstehen. Als das Coronavirus ausbrach, hatte es gerade einen Vertrag über die Lieferung von Roboterführungen und Übersetzern für den Flughafen Haneda in Tokio erhalten. Ein Produkt, das nach dem Zusammenbruch des Flugverkehrs einer ungewissen Zukunft entgegensieht.

Die ersten 5.000 »C-Masken« von Donut Robotics werden ab September an Käufer in Japan ausgeliefert und das Unternehmen will sie auch in China, den Vereinigten Staaten und Europa verkaufen. Es habe ein starkes Interesse gegeben, sagte Taisuke Ono, der Geschäftsführer von Donut Robotics.

Mit etwa 40 Dollar pro Maske zielt Donut Robotics auf einen Massenmarkt ab, der bis vor wenigen Monaten noch nicht gar existierte. Ein Ziel sei es, Einnahmen aus Abonnentendiensten zu generieren, die in der App angeboten werden, die die Benutzer herunterladen.

Mit Crowdfunding zum neuen Produkt

Donut Robotics baute innerhalb eines Monats einen Prototyp einer Maske, indem das Team die für seinen Roboter entwickelte Übersetzungssoftware und ein Maskendesign einander anpasste.  Dieses hatte einer der Ingenieure des Unternehmens, Shunsuke Fujibayashi, vor vier Jahren für ein Studentenprojekt zur Sprachinterpretation durch Kartierung der Gesichtsmuskeln erstellt.

Ono beschaffte dafür 28 Millionen Yen (260.000 Dollar) für die Entwicklung durch den Verkauf von Donut-Robotics-Aktien über die japanische Crowdfunding-Site Fundinno.

»Wir erhöhten unser ursprüngliches Ziel von 7 Millionen Yen innerhalb von drei Minuten und hörten nach 37 Minuten auf, als wir 28 Millionen Yen erreicht hatten«, sagt Ono.

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