Analyse von Kasperky Viele Sicherheitslücken bei Carsharing-Apps

Carsharing-Apps bieten Hackern viele Angriffspunkte
Carsharing-Apps bieten Hackern viele Angriffspunkte

Das führt dazu, dass die Apps möglicherweise mehr teilen als nur die Fahrzeuge, nämlich Daten und Passwörter.

Die Experten von Kaspersky Lab haben in einer Untersuchung von Carsharing-Apps eine Reihe von Sicherheitslücken entdeckt. Dadurch könnten Angreifer Fahrdaten ausspionieren, kostenlos damit Fahren aber auch persönliche Daten anderer Nutzer stehlen und diese auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen. Außerdem könnten Cyberkriminelle unter dem Deckmantel einer anderen Identität illegale und gefährliche Aktionen auf den Straßen durchführen.

Die Experten von Kaspersky Lab haben 13 Carsharing-Anwendungen getestet, die von großen Herstellern in verschiedenen Märkten entwickelt wurden und in Google Play über eine Million Mal heruntergeladen wurden. Das Ergebnis: jede der untersuchten Apps enthielt mehrere Sicherheitsprobleme. Darüber hinaus schlagen bereits böswillige Nutzer Kapital aus gestohlenen Konten von Carsharing-Anwendungen.

Sorgloser Umgang mit Daten

Auf der anderen Seite nehmen Nutzer die Car-Sharing-Apps nicht als Bedrohung wahr. Das macht sich in einem sorglosen Umgang mit den App-Einstellungen bemerkbar. Mit Social-Media-, Messaging- oder Banking-Apps gehen die Anwender viel vorsichter um und räumen diesen Programmen längst nicht so viele Rechte ein. Lediglich zehn Prozent der Befragten sehen Carsharing-Apps als nicht vertrauenswürdig.

Zu den Sicherheitslücken zählen:

  • Kein Schutz vor Man-in-the-Middle-Angriffen: Der Nutzer glaubt zwar, mit einer legitimen Website verbunden zu sein, der Datenverkehr kann  aber über die Website des Angreifers weitergeleitet werden, so dass er alle vom Opfer eingegebenen Daten wie Login, Passwort oder PIN erfassen kann.
  • Kein Schutz vor Reverse Engineering von Anwendungen: Dadurch können Cyberkriminelle nachvollziehen, wie die App funktioniert, und eine Schwachstelle finden, um Zugriff auf die serverseitige Infrastruktur zu erhalten.
  • Keine Erkennungsverfahren für Rooting. Root-Rechte bieten einem nahezu unbegrenzte Möglichkeiten und lassen die App schutzlos.
  • Fehlender Schutz vor App-Overlay-Techniken. Schädliche Apps können so Phishing-Fenster anzeigen und die Anmeldeinformationen der Nutzer stehlen.
  • Weniger als die Hälfte der Anwendungen verlangen starke Passwörter, was bedeutet, dass Cyberkriminelle das Opfer mittels eines einfachen Brute-Force-Szenarios angreifen können.

»Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass Anwendungen für Car-Sharing-Dienste in ihrem derzeitigen Zustand nicht bereit sind, Malware-Angriffen standzuhalten«, so Victor Chebyshev, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab. »Obwohl wir noch keine Angriffe auf Car-Sharing-Dienste entdeckt haben, verstehen Cyberkriminelle den Wert, den solche Apps haben; die bestehenden Angebote auf dem Schwarzmarkt weisen darauf hin, dass Anbieter nicht viel Zeit haben, die Schwachstellen zu beseitigen.«

Tipps für eine sichere Fahrt

Um ihre Autos und privaten Daten vor möglichen Cyberattacken zu schützen, empfiehlt Kaspersky Lab Nutzern von Carsharing-Apps:

  • ihre hierfür verwendeten Geräte wie das eigene Smartphone niemals zu rooten, da dies für schädliche Apps fast alle Türen öffnet,
  • das Betriebssystem des Gerätes stets aktuell zu halten, um Sicherheitslücken in der Software und das Risiko eines Angriffs zu verringern
  • sowie eine Sicherheitslösung wie Kaspersky Internet Security for Android zu verwenden.