Markt&Technik: Lapp ist ein Familienunternehmen, das heute in dritter Generation geführt wird. Wie hat das Unternehmen seinen Anfang genommen?
Anne Schilling, Lapp: Die Ursprünge unseres Unternehmens gehen auf Oskar Lapp zurück, einen Pionier der Kabel- und Verbindungstechnik. Mit der Gründung der Contact GmbH im Jahr 1966 begann die systematische Entwicklung und Fertigung eigener Rechtecksteckverbinder. Von Beginn an stand die Vision im Mittelpunkt, zuverlässige und robuste Verbindungslösungen für industrielle Anwendungen zu schaffen – insbesondere für den Maschinenbau, die Automatisierung und die Energieversorgung.
Mit welchen Ideen hat die Lapp-Gruppe die Elektronikindustrie besonders geprägt?
Mit unserem konsequenten Systemansatz. Lapp positioniert sich als Anbieter ganzheitlicher Verbindungslösungen – von Kabeln und Steckverbindern bis hin zu kompletten Harnessing Solutions. Für unsere Kunden bedeutet das weniger Schnittstellen, eine vereinfachte Installation sowie eine höhere Zuverlässigkeit bei gleichzeitig reduzierten Entwicklungszeiten und Kosten.
Und was waren die größten Herausforderungen im Laufe der Zeit?
Eine der prägendsten Entwicklungen war der steigende Automatisierungsgrad in der Industrie. Die Anzahl der Sensoren und Aktuatoren in Fertigungsumgebungen hat deutlich zugenommen – ebenso wie die Anforderungen an die Verbindungstechnik. Gefragt sind heute kompakte, leistungsfähige Lösungen, die Strom, Signale und Daten zuverlässig auf engem Raum übertragen und der wachsenden Komplexität gerecht werden. Diese Entwicklung treibt uns kontinuierlich zur Weiterentwicklung unserer Systemlösungen an. Ein Beispiel dafür ist der M23-Steckverbinder. Er vereint eine hohe Kontaktdichte mit einer kompakten Bauweise, ermöglicht die zuverlässige Übertragung von Leistung und Signalen und ist zugleich mechanisch robust.
Wie hat sich die Verbindungstechnik in den vergangenen 50 Jahren weiterentwickelt? Können Sie dafür ein prägnantes Beispiel nennen?
Im Zuge der Digitalisierung hat sich die Verbindungstechnik von klassischen, rein mechanischen Komponenten hin zu hochintegrierten Systemlösungen entwickelt. Produkte wie Hybridsteckverbinder, die gleichzeitig Energie, Signale und Hochgeschwindigkeitsdaten übertragen, sind heute essenziell – etwa in der Robotik und der automatisierten Fertigung.
Gibt es zugleich Konstanten in der Verbindungstechnik, die sich über die Jahrzehnte kaum verändert haben?
Trotz aller technologischen Fortschritte sind die grundlegenden Anforderungen unverändert geblieben: Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und mechanische Robustheit sind weiterhin essenziell. Steckverbinder müssen auch heute unter anspruchsvollen industriellen Bedingungen dauerhaft und sicher funktionieren.