Steckverbinder im Wandel der Zeit

Verbindungen, die Geschichte schreiben

25. Juni 2026, 09:00 Uhr | Corinna Puhlmann-Hespen
Steckverbinder
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Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Philip Harting, CEO der Harting Technologiegruppe

»Vom lokalen Nachkriegsbetrieb zum globalen Technologieunternehmen«

Markt&Technik: Wie hat Ihr Unternehmen seinen Anfang genommen – und welche Vision stand damals im Mittelpunkt?

Philip Harting: Harting wurde 1945 von meinen Großeltern Wilhelm und Marie Harting gegründet. Zu der Zeit ging es vor allem darum, anzupacken und die Wirtschaft anzukurbeln. Die ersten Produkte waren einfache elektrotechnische Geräte für den Alltag. Technik sollte von Anfang an nicht Selbstzweck sein, sondern einen konkreten Nutzen für Menschen schaffen. Diese Haltung prägt bis heute und hat sich in der Vision unserer Technologiegruppe manifestiert: Wir wollen die Zukunft mit Technologien für Menschen gestalten.

Philip Harting
© Harting

Mit welcher Entwicklung oder Idee hat Ihr Unternehmen die Elektronikindustrie besonders geprägt?

Der entscheidende Meilenstein war sicher die Entwicklung des HAN-Steckverbinders in den 1950er-Jahren. Dieser hat sich zum Standard in der industriellen Verbindungstechnik entwickelt. Der Ansatz war damals wie heute derselbe: robuste, zuverlässige Lösungen, die sich flexibel in unterschiedlichen Anwendungen einsetzen lassen. Darauf aufbauend haben wir unsere Steckverbinder kontinuierlich weiterentwickelt – etwa hin zu modularen Systemen, die Strom, Daten und Signale in einer Schnittstelle kombinieren. Damit hat unser Unternehmen die Verbindungstechnik maßgeblich geprägt.

Welche Herausforderung hat Ihr Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten am stärksten verändert?

Die größte Herausforderung war der strukturelle Wandel des Unternehmens selbst. Harting ist vom lokalen Nachkriegsbetrieb zu einem global agierenden Technologieunternehmen gewachsen. Das bedeutete, sich technologisch, organisatorisch und kulturell kontinuierlich weiterzuentwickeln. Besonders prägend war die Entscheidung, sich konsequent auf Verbindungstechnik zu konzentrieren und die Internationalisierung voranzutreiben.

Wie hat sich die Verbindungstechnik in den vergangenen 50 Jahren verändert?

Die Entwicklung geht in drei Richtungen: höhere Komplexität, stärkere Miniaturisierung und zunehmende Modularität. Während früher einzelne Steckverbinder für spezifische Anwendungen entwickelt wurden, stehen heute flexible Systeme im Mittelpunkt. Ein gutes Beispiel ist unser HAN-Modular-System. Hier lassen sich unterschiedliche Anforderungen – von Energie bis Datenübertragung – in einer Lösung kombinieren. Das ermöglicht deutlich effizientere und anpassungsfähigere industrielle Anwendungen.

Gibt es zugleich Konstanten in der Verbindungstechnik, die sich über die Jahrzehnte kaum verändert haben?

Unabhängig vom technologischen Fortschritt bleiben Zuverlässigkeit, Sicherheit und Qualität die zentralen Anforderungen. Auch die Bedeutung von Standards und Normen ist unverändert hoch. Und letztlich gilt weiterhin das Grundprinzip: Eine Verbindung muss dauerhaft stabil funktionieren – oft unter sehr anspruchsvollen Bedingungen.


  1. Verbindungen, die Geschichte schreiben
  2. Manuela Gutmann, Sales & Marketing Managerin von Yamaichi Electronics
  3. Philip Harting, CEO der Harting Technologiegruppe
  4. Nicol Schindlbeck, Head of Corp. Marketing & Communications von ODU
  5. Markus Binder, Geschäftsführender Gesellschafter von binder
  6. Anne Schilling, Senior Manager Business Development Connectors bei Lapp


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