Markt&Technik: ODU wurde vor mehr als 80 Jahren gegründet. Welches Produkt stand damals im Mittelpunkt?
Nicol Schindlbeck: Der Ursprung unseres Unternehmens liegt in der Entwicklung des Drahtfederkontakts durch Otto Dunkel. Seine Vision war es, eine möglichst zuverlässige Kontakttechnologie zur sicheren Übertragung von Strom auf den Markt zu bringen. Die Idee des Drahtfederkontakts hat sich über Jahrzehnte bewährt und findet nach wie vor großen Anklang bei unseren Kunden. Innovationsgeist ist tief in der DNA unseres Unternehmens verankert – er treibt uns bis heute an, bestehende Technologien kontinuierlich weiterzuentwickeln und Grenzen neu zu definieren.
Das zeigt sich heute unter anderem in komplexen Systemlösungen wie hochminiaturisierten Steckverbindern zur Datenübertragung sowie in vielversprechenden Kontakttechnologien im Bereich der Fiber Optik, die wir gezielt für unsere Zielmärkte entwickeln.
Welche Herausforderung hat Ihr Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten am stärksten verändert?
Eine der prägendsten Herausforderungen war und ist die fortschreitende Globalisierung und Internationalisierung. Sie bringen nicht nur einen intensiven globalen Preiskampf mit sich, sondern auch neue Abhängigkeiten von geopolitischen Entwicklungen. Darauf reagieren wir mit einer globalen Aufstellung in Produktion und Vertrieb, einer hohen Fertigungstiefe sowie einer konsequenten Kundennähe durch lokale Niederlassungen in den relevanten Regionen.
Wie hat sich die Verbindungstechnik in den vergangenen 50 Jahren weiterentwickelt?
Die wohl größte Veränderung liegt in der zunehmenden Vielfalt der Übertragungsarten. Steckverbinder haben sich von der reinen Übertragung einzelner Medien hin zur zentralen Komponente kompletter Systemlösungen entwickelt.
Gleichzeitig sind die Anforderungen an Robustheit und Übertragungsleistung deutlich gestiegen. Dadurch stoßen Verbindungslösungen immer häufiger an physikalische Grenzen und machen somit neue technologische Ansätze notwendig.
Gibt es zugleich Konstanten in der Verbindungstechnik?
Unabhängig vom übertragenen Medium gilt bis heute: Die Übertragung muss ausfallsicher und zuverlässig funktionieren. Sicherheit war und ist dabei ein zentraler Faktor. Auch die Stromübertragung durch Steckverbinder bleibt eine Konstante – wenn auch mit stetig steigenden Leistungsanforderungen.