Steckverbinder im Wandel der Zeit

Verbindungen, die Geschichte schreiben

25. Juni 2026, 09:00 Uhr | Corinna Puhlmann-Hespen
Steckverbinder
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Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Manuela Gutmann, Sales & Marketing Managerin von Yamaichi Electronics

»Pionier bei der Entwicklung von IC-Sockeln«

Markt&Technik: Yamaichi Electronics feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen – ein guter Anlass, um auf die Erfolgsgeschichte des Unternehmens zurückzublicken. Wie hat alles begonnen?

Manuela Gutmann: Yamaichi feiert dieses Jahr sogar mehrere Jubiläen: Vor 70 Jahren – also 1956 – wurden wir in Japan gegründet. Seit 40 Jahren sind wir in Europa mit unserem Firmensitz in München/Aschheim präsent und vor 20 Jahren haben wir unsere Fertigung in Frankfurt/Oder gegründet. Seit Beginn liegt unser Schwerpunkt in der Elektromechanik, mit Fokus auf Verbindungstechnik für die Datenkommunikation und Test- und Burn-in-Lösungen für die Halbleiterindustrie. Auf diese Weise verbinden wir beide Welten und unterstützen unsere Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Validierung von Halbleitern bis hin zur zuverlässigen Signalübertragung im Endsystem.

Manuela Gutmann von  Yamaichi
© Yamaichi Electronics

Gibt es Entwicklungen oder Produkte, die besonders wichtig für die Industrie waren?

Yamaichi war einer der Pioniere bei der Entwicklung von IC Sockeln und wir haben beispielsweise Steckverbinder für Speicherkarten in den 1990er-Jahren entscheidend mitgeprägt. Von jeher stehen Technologie und Ingenieursleistung bei uns im Mittelpunkt. Auch heute bringen wir unsere Expertise aktiv in Gremien ein und wirken an der Definition zukünftiger Standards mit. Dabei geht es oftmals nicht um disruptive Einzel-Innovationen, sondern vielmehr um die konsequente Weiterentwicklung von Hochleistungs-Verbindungstechnologie als Basis für zuverlässige elektronische Systeme in Schlüsselindustrien wie zum Beispiel aktuell beim Thema Künstlicher Intelligenz.

Welche Herausforderungen haben Ihr Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten am stärksten geprägt?

Langfristiger Erfolg erfordert kontinuierlichen Wandel und immer wieder die Anpassung an Markt- und Kundenbedürfnisse. Das gilt ganz generell und nicht nur für unser Unternehmen. Für uns in Europa war jedoch entscheidend, dass wir uns bewusst eigenständig weiterentwickeln konnten. Wir haben gezielt eigene Entwicklungs- und Produktionskompetenzen aufgebaut – getragen vom Vertrauen und der strategischen Unterstützung unseres Mutterkonzerns in Japan. Diese Kombination aus globaler Einbindung und regionaler Eigenständigkeit ermöglicht es uns, flexibel und passgenau auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden einzugehen.

Wie hat sich die Verbindungstechnik in den vergangenen 50 Jahren weiterentwickelt? Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Zu Beginn stand bei Steckverbindern die elektrische Verbindung im Fokus, heute bestimmen Themen wie Signalintegrität, Datenraten, Miniaturisierung und z. B. auch Prozesssicherheit das Design. Parallel dazu haben sich Testlösungen für Halbleiter von einfachen Sockeln zu hochpräzisen Messsystemen entwickelt. Ein gutes Beispiel ist der Wandel vom klassischen DIP-Sockel hin zu High-Speed-Test-Sockets für KI-Chips mit mehreren tausend Pins. Hier zeigt sich klar: Die Verbindungslösung ist heute ein zentraler Leistungsfaktor im Gesamtsystem.

Gibt es zugleich Konstanten in der Verbindungstechnik?

Ja durchaus – gerade im Bereich der Steckverbinder zeigt sich diese Beständigkeit daran, dass bestimmte Steckverbindertypen seit Jahrzehnten erfolgreich im Markt etabliert sind – beispielsweise D Sub-Steckverbinder, RJ45 oder metrische Systeme wie der M12. Diese wurden zwar kontinuierlich weiterentwickelt, aber ihre grundlegenden Prinzipien haben sich bewährt und bestehen bis heute fort. Und eine der wichtigsten Aufgaben von Verbindungstechnik bleibt es, eine zuverlässige und stabile elektrische Kontaktierung sicherzustellen – und das unter unterschiedlichsten mechanischen, thermischen und elektrischen Belastungen. Dabei sind Themen wie Kontaktmaterialien, Oberflächenbeschichtungen und niedrige Übergangswiderstände unverändert relevant. Auch die Forderung nach hoher Lebensdauer und reproduzierbarer Kontaktqualität bleibt konstant.


  1. Verbindungen, die Geschichte schreiben
  2. Manuela Gutmann, Sales & Marketing Managerin von Yamaichi Electronics
  3. Philip Harting, CEO der Harting Technologiegruppe
  4. Nicol Schindlbeck, Head of Corp. Marketing & Communications von ODU
  5. Markus Binder, Geschäftsführender Gesellschafter von binder
  6. Anne Schilling, Senior Manager Business Development Connectors bei Lapp


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