Erfolgreicher Wiederaufbau

Aurubis Stolberg – ein Jahr nach der Flutkatastrophe

14. Juli 2022, 8:00 Uhr | Corinna Puhlmann-Hespen
Aurubis Stolberg im Juli 2021
Vor allem der Schlamm machte die Wiederherstellung zur Herausforderung. Bild: Blick in die Walzwerk-Halle im Juli 2021. Heute ist die Produktion wieder vollständig in Betrieb.
© Aurubis

Am 14. Juli 2021 wurde das Werk von Aurubis Stolberg komplett überflutet. Ein Jahr nach der Flutkatastrophe ist die Produktion nahezu vollständig wieder aufgebaut.

Von dem verheerenden Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Sommer 2021 war auch Aurubis Stolberg stark betroffen: Das Werk wurde am 14. Juli vollständig von einer Schlammwelle überflutet. Die Belegschaft konnte rechtzeitig evakuiert werden, so dass niemand verletzt wurde. Allerdings waren die Schäden in der Produktion enorm, so dass die Firma am 16. Juli 2021 „Force Majeure“ erklären musste. „Force Majeure“ bedeutet, dass es Aurubis Stolberg zunächst unmöglich war, Kunden zu beliefern oder auch nur Zulieferungen abzunehmen. 

Schnelle Entscheidung für Aurubis Stolberg

Unmittelbar nach der Flutkatastrophe hat das Management von Aurubis den kompletten Wiederaufbau des Standortes beschlossen. Dies sorgte für die nötige Sicherheit in der Belegschaft, die vom ersten Tag an durch volle Lohnfortzahlungen finanziell abgesichert war.

»Der schnelle Wiederaufbau des Werkes ist ein großer Erfolg und ein Beleg für den Zusammenhalt in unserem Unternehmen«, erklärt Roland Harings, Vorstandsvorsitzender von Aurubis. Und weiter: »Aurubis Stolberg war und ist ein Unternehmen mit Zukunft in der Aurubis-Familie, denn unsere Metalle und Produkte sind wichtiger denn je für die Energiewende.«

Meisten Anlagen wurden instandgesetzt

Ein Großteil der Aufräumarbeiten dauerte rund fünf Monate an. Weitestgehend konnten die Produktionsanalagen – bis auf zwei Großanlagen, die neu angeschafft werden mussten – gereinigt, repariert und schrittweise wieder in Betrieb genommen werden.

Die erste Produktgruppe wurde bereits im November 2021 an Kunden ausgeliefert, im Juni 2022 ging die letzte Produktionslinie wieder in Betrieb. Abschließend wird jetzt noch die Sanierung der Verwaltungs- und Sozialräume abgeschlossen.

Dr. Benjamin Cappi, seit 1. April neuer Geschäftsführer von Aurubis Stolberg, hat die Flut als Mitglied des Management-Teams erlebt: »Wir haben vielfache und starke Unterstützung erfahren von Seiten der Schwesterwerke, durch Kunden, hilfsbereite Unternehmen und viele freiwillige Helferinnen und Helfer. Gemeinsam haben wir diesen Wiederaufbau geschafft, jeder im Werk hat dazu beigetragen. Daher gilt allen Beteiligten ein großer Dank!«

Durch einen engen Austausch mit den Kunden konnte der Standort seine Verlässlichkeit beweisen und gemeinsam pragmatische Lösungen für Produktionsausfälle erarbeiten. »Wir haben die Zeit genutzt und gehen nun besser und gestärkt in die Zukunft«, ist Dr. Cappi überzeugt.

In Folge der Flut wurden auch die Vorgaben für den Katastrophenschutz nochmals überarbeitet. Für darüberhinausgehende mögliche Maßnahmen zur Verhinderung extremer Unwetterfolgen wie 2021 sei jedoch die Politik und Öffentliche Hand gefragt. Aurubis Stolberg stehe hierzu im engen Austausch mit allen Entscheidern in der Region.


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