Projekt »LiVe«

E-Lkw-Prototyp meistert Teststrecke an der Oberleitung

22. Juli 2022, 11:27 Uhr | Kathrin Veigel
PEM RWTH Aachen E-Lkw
LiVe4 meistert die Probefahrt auf der Teststrecke von Siemens in Berlin.
© PEM RWTH Aachen

Der PEM-Lehrstuhl der RWTH Aachen hat den europaweit ersten Prototypen eines reinen Elektro-Lkw mit Oberleitungsstromabnehmer erfolgreich realen Bedingungen ausgesetzt. Das Fahrzeug kam dazu auf dem fünf Kilometer langen VeHighway« von Siemens in der Nähe von Berlin zum Einsatz.

An dem vom Bundesumweltministerium geförderten Forschungsprojekt »LiVe« sind neben dem Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen auch das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen und der japanische Fahrzeughersteller Isuzu beteiligt.

»Die Kombination von Batterie und Pantograph eines rein elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugs funktioniert«, erklärt PEM-Leiter Professor Achim Kampker. In den vergangenen Monaten hatte sein Team bereits diverse Fahrtests in Aachen absolviert und das sogenannte Anbügeln des Pantographen an die Oberleitung im Stand simuliert. Auf der Teststrecke in Groß Dölln bei Templin konnte der Lkw zum ersten Mal während der Fahrt mit der Oberleitung kontaktieren und über den Pantographen mit Strom zum Antrieb versorgt werden.

Der Prototyp aus dem Projekt »Lebenszykluskostenreduktion im elektrischen Verteilerverkehr« (LiVe) war im vergangenen Dezember erstmals vorgestellt worden. Von den aktuellen Messdaten soll auch das Forschungsvorhaben »LiVePLuS« (Lebenszykluskostenreduktion im elektrischen Verteilerverkehr durch pantographenbasierte Baukastensysteme für Lastkraftwagen und Sattelzugmaschinen) profitieren. In diesem Projekt elektrifiziert der RWTH-Lehrstuhl PEM Sattelzugmaschinen für den Schwerlastverkehr ebenfalls über die Oberleitung. Unterdessen sollen im nächsten Fahrzeugaufbau des Projekts »LiVe« Erfahrungen mit Brennstoffzellen gesammelt werden, um dem Ziel eines modularen Antriebsstrangs näherzukommen.


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