Schwerpunkte

Tandem aus Drohnen und KI

Parkdruck auf der Straße managen

10. Februar 2021, 11:20 Uhr   |  Kathrin Veigel

Parkdruck auf der Straße managen
© bilanol/Adobe Stock

KI im Praxistest: Das Fraunhofer-Institut IAO und die Stadt Karlsruhe optimieren die Parkplatzauslastung in Wohngebieten.

Um die Parkplatzbelegung in Wohngebieten genau zu erfassen, muss die Kommune viel Zeit in manuelle Zählungen vor Ort investieren. Wie man mit KI und damit einfacher und schneller den Parkdruck messen kann, untersucht das Fraunhofer IAO in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe.

Die Anzahl von parkenden PKWs in Städten steigt, die Parksituation wird in Innenstädten wie auch in ruhigeren Wohngebieten für die Bewohner*innen immer unüberschaubarer. Um dem zu begegnen kann die Kommune zum Beispiel Bewohnerparken anordnen, muss dafür aber den Parkdruck durch Gutachten und Parkraumerhebungen nachweisen. Um Aufwand und Kosten in diesem Prozess zu reduzieren, startete das Forschungs- und Innovationszentrum Kognitive Dienstleistungssysteme (KODIS) des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe ein Pilotprojekt zur KI-gestützten Analyse des Parkdrucks.

Ein vielversprechendes Tandem aus Drohnen und KI

Bereits die ersten Phasen in der Parkdruckmessung werden optimiert: Die aufwändige manuelle Datenerfassung wird durch Videoaufnahmen per Drohne ersetzt. Während des Flugs werden mehrere Kamerabilder erstellt, aus denen die Gesamtübersicht des Testgebiets entsteht.

Im nächsten Schritt erfolgt eine Verbesserung in der Auswertung der Daten: Statt die Daten mühsam manuell zu analysieren, kommt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Hierfür wird ein Deep-Learning-Algorithmus entwickelt und ein künstliches neuronales Netz trainiert, um alle Fahrzeuge auf den Bildern finden und pixelgenau lokalisieren zu können. Damit der Algorithmus abgestellte Fahrzeuge von fahrenden Autos unterscheiden kann, wird das Testgebiet in bestimmte Parkzonen aufgeteilt und diese mit Geodaten verknüpft.

Die KI analysiert nur Bildinhalte in diesem Bereich und markiert anschließend die dort abgestellten Fahrzeuge. Als Ergebnis wird die Anzahl von abgestellten Fahrzeugen zu jeweiligem Zeitpunkt ausgegeben, und die Daten über die Auslastung von jeder Parkzone werden berechnet.

Von KI auch im öffentlichen Leben profitieren

Der Einsatz von KI im industriellen Umfeld ist mittlerweile weit verbreitet und allgemein akzeptiert. Die Parkdruckanalyse mit KI ist ein gutes Beispiel dafür, dass KI auch für Kommunen einen großen Nutzen bringen kann: Durch den entwickelten Algorithmus lässt sich die Auslastung von Stellplätzen nun automatisch auswerten. Das reduziert Zeit und Kosten der manuellen Datenerhebung deutlich, und Parkprobleme lassen sich dementsprechend schneller lösen.

Perspektivisch plant das Fraunhofer IAO, die KI-gestützte Parkdruckanalyse als digitalen Cloud-Service für Kommunen anzubieten. 

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