Die »Skin on a Chip« des TU München-Spin-Offs cellasys GmbH ist für den diesjährigen Lush Prize nominiert, der für Wissenschaft, Technologie und Aktivismus gegen Tierversuche vergeben wird. Die Technologie wurde gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund entwickelt.
»Mit dem Skin-on-a-Chip Modell können nun menschliche Hautmodelle automatisiert und reproduzierbar anstelle von Tierversuchen für toxikologische Untersuchungen eingesetzt werden«, sagt Joachim Wiest, Geschäftsführer der cellasys GmbH.
Frank A. Alexander, Sebastian Eggert und Joachim Wiest haben die Technologie hierzulande entwickelt, wobei Alexander mittlerweile in den USA arbeitet und Eggert in der Kategorie Nachwuchsforscher ebenfalls für den Lush Prize nominiert ist. Die Nominierung der cellasys GmbH erfolgte in der Kategorie Wissenschaft. »Skin-on-a-Chip« bezeichnet eine automatisierte mikrophysiometrische Methode, die 3D-Hautmodelle über einen längeren Zeitraum elektronisch beobachtet, um die dermatologischen Auswirkungen neuer Substanzen zu bewerten.
Ferner bietet das Unternehmen multiparametrische BioChips zur Messung der Zellvitalität (Impedanz, gelöster Sauerstoff, pH-Wert, Temperatur, elektrophysiologische Aktivität) und Veränderungen der Bioimpedanz auf Glassubstrat sowie kundenspezifische Multiwellplatten mit verschiedenen Mikrosensoren.
Ein sogenanntes Air-Liquid-Interface sorgt dafür, dass die Veränderung der Haut an der Luft computergesteuert nachgebildet werden kann. Dies ist eine Besonderheit dieser Forschungsrichtung und sehr ähnlich den natürlichen Bedingungen auf der Haut. Joachim Wiest möchte weiter Modelle entwickeln, die eine bessere Vorhersage für Vorgänge im Menschen haben und deren Reproduzierbarkeit verbessern.
Sollte der Preis an die cellasys GmbH gehen, möchte er das Geld nutzen, »um die Skin-on-a-Chip Technologie einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, um eine industrielle Umsetzung zu beschleunigeg und um weitere 3D Modelle auf der IMOLA-IVD Technologie zu etablieren«.