Offshore-Windpark alpha ventus:

Meer – Wind – Strom

21. April 2016, 15:16 Uhr | Christina Deinhardt
Das Windtestfeld »alpha ventus« in der Nordsee
2010 wurde das Windtestfeld alpha ventus als erster deutscher Offshore-Windpark in Betrieb genommen.
© Doti / Matthias Ibeler

Die Forschungsinitiative RAVE begleitet den Bau und Betrieb des Offshore-Windparks »alpha ventus«. Neben der Wirtschaftlichkeit wird auch die Auswirkung auf die Natur untersucht. Nach fünf Jahren liegen die Ergebnisse nun zusammengefasst in dem Buch »Meer – Wind – Strom« vor.

Buch-Cover
Meer-Wind-Strom stellt die Ergebnisse zu alpha ventus aus mehrjähriger Forschung vor. Die Herausgeber sind Michael Durstewitz vom Fraunhofer IWES in Kassel und Dr. Bernhard Lange vom Fraunhofer IWES in Bremerhaven.
© Springer

Deutschlands erster Offshore-Windpark »alpha ventus« wurde 2010 in Betrieb genommen. Das Testfeld befindet sich rund 40 Kilometer nördlich der Nordseeinsel Borkum und umfasst zwölf Windkraftanlagen – sechs von Areva und sechs von Senvion (vormals REpower Systems). Über 100 Forscher begleiten den Bau und Betrieb der Windkraftanlagen. Die zahlreichen Forschungsprojekte werden in der RAVE-Initiative (Research at alpha ventus) zusammengefasst, die vom Bundesministerium für Umweltschutz, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert werden. Die Untersuchungsergebnisse sind nun als Buch »Meer – Wind – Strom« beim Springer Verlag erschienen.

Neben dem wirtschaftlichen Nutzen und der Zuverlässigkeit des Windparks untersuchen die Forscher die Auswirkung auf die Natur. So wurde bei Errichtung und Betrieb des Windparks das Verhalten der geschützten Schweinswale beobachtet. Für die Konstruktion der Anlagen lag dagegen das Hauptaugenmerk auf den Tragstrukturen. Es wurde untersucht wie sie die Belastung durch Wind und Wellen überstehen. Der Forschungsauftrag der Initiative umfasst auch Projekte zur Entwicklung einzelner Offshore-Komponenten, um zum Beispiel die Langlebigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Kosten zu reduzieren.

Intelligente Rotorblätter – sogenannte Smart Blades – sind zwar noch Zukunftsmusik, doch wurden im Rahmen der Initiative bereits erste Ansätze entwickelt und erprobt. Dagegen sind die neuen Lidargeräte für die Lasermessung ganzer Windfelder bereits Industrie- und anwendungsreif. Mit dem System lassen sich Abschattungsverluste und Nachlaufcharakteristika von Offshore-Windparks analysieren. Wie der Windstrom aus Offshore-Windparks sich verlässlich prognostizieren und in die Energieversorgung integrieren lässt, wurde im Forschungsvorhaben Netzintegration untersucht. Weitere Projekte befassten sich mit Sonartranspondern zur Vermeidung von Kollisionen mit U-Booten, den Einflüssen von Salz und Korrosion auf die Offshore-Bauwerke sowie der Entwicklung eines telemedizinischen Notfallkonzeptes, sollte es zu Unfällen in Offshore-Windparks kommen sollte.

Die Herausgeber von »Meer-Wind-Strom« Michael Durstewitz vom Fraunhofer IWES in Kassel und Dr. Bernhard Lange vom Fraunhofer IWES in Bremerhaven leiten die Koordination von RAVE. Die Berichte der Forscher wurden von dem Wissenschaftsjournalisten Björn Johnsen (Windmedia) bearbeitet. Bei der Gestaltung des Buches stand auf die Allgemeinverständlichkeit im Vordergrund. »Der Wind hat gegen das Regelwerk verstoßen«, heißt es da schon mal ironisch zu manchen Forschungserkenntnissen. Zahlreiche »Storys am Rande« ermöglichen dem Leser einen Blick hinter die Kulissen der Offshore-Vorhaben.

 

Die bunte Welt der Windkraftanlagen.

Test-Windpark »alpha ventus« in der Nordsee
© Doti / Matthias Ibeler
Windpark alpha ventus mit Landeplattform für Helikopter.
© alpha ventus Pressebild
Simulationsmodell einer schwimmenden Offshore-Windenergieanlage.
© IDEOL

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