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Trotz OVG-Urteil

Smart Meter Rollout auf gutem Weg


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

im Gesetz formulierten Anforderungen in vollem Umfang entsprechen

EDNA
Heinrich Lang, ifed und EDNA »Ohne das Smart Meter Gateway funktioniert die Energiewende am Ende nicht.«
© EDNA

Außerdem sind Dr. Peter Heuell, Marco Sauer und Ingo Schönberg davon überzeugt, dass die rezertifizierten Smart Meter Gateways den im Gesetz formulierten Anforderungen in vollem Umfang entsprechen. Neu sind damit die Tarifanwendungsfälle 9 (Abruf der Ist-Einspeisung einer Erzeugungsanlage), 10 (Abruf von Netzzustandsdaten) und 14 (hochfrequente Messwertbereitstellung für Mehrwertdienste). Hinter dem Tarifanwendungsfall 14 verbirgt sich eine wirkliche Verbesserung für die Endkunden, weil der Stromverbrauch statt alle 15 Minuten nun minütlich gemessen werden kann, der Verbraucher also viel genauer informiert werden kann. Die Messstellenbetreiber erhalten die Möglichkeit, neue Dienstleistungen anzubieten. Außerdem lassen sich über ein Update die Tarifanwendungsfälle 9, 10 und 14 auf bereits verbaute Gateways aufspielen.

Die Smart Meter Gateways von PPC und EMH metering haben die Rezertifizierung bereits erhalten. Marco Sauer will in diesem Sommer soweit sein. Dann stünden die rezertifizierten Geräte von drei Herstellern zur Verfügung, was die Voraussetzung dafür ist, dass der Rollout der rezertifizierten Smart Meter Gateways starten kann.

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Dr. Fritz Wengeler, smartOptimo »Wir werden zusammen mit unseren Stadtwerken im Netzwerk weiterhin mit gleichbleibender Intensität die Vorbereitungen und Feldtests vorantreiben.«
© smartOptimo

Doch was ist, wenn im Hauptverfahren doch noch festgestellt werden sollte, dass die Smart Meter Gateways nicht den Anforderungen entsprechen? Immerhin läuft noch ein Verfahren, das 50 Stadtwerke, vertreten durch die Anwaltskanzlei Becker Büttner Held, vor dem Verwaltungsgericht Köln eingereicht haben. »Falls also ein formaler Fehler festgestellt werden sollte, wäre der technische Prozess, also das stufenweise Vorgehen von Gateway-Generation zu Gateway-Generation, im Gesetz nicht richtig abgebildet«, erklärt Ingo Schönberg. »Wenn Fehler gemacht werden – was bei der Komplexität des gesamten Themas kein Wunder ist –, dann werden sie auch wieder behoben und der Rollout läuft weiter.« Dr. Peter Heuell befürchtet, dass ein solches Urteil eine neue Klagewelle bei der nächsten Allgemeinverfügung des BSI auslösen könne: »Das BMWi und das BSI müssen sich dann überlegen, was zu tun ist.«

Das Wichtigste ist aber, dass die Messtellenbetreiber sehr interessiert daran sind, die Smart Meter Gateways einzusetzen: »Die Nachfrage ist da, die Anzahl der Bestellungen steigt«, freut sich Marco Sauer. Auch Ingo Schönberg gibt sich für die Zukunft optimistisch: »Wenn auch nicht alles perfekt läuft, so läuft doch vieles gut. Über die vergangenen zwei Jahre wurden sehr viele regulatorische Aufgaben abgeschlossen und es gibt eine klare Roadmap. Wie die intelligenten Gateways für die Ladesäulen aussehen müssen, wird demnächst ebenfalls geklärt werden. Ich bin überzeugt, dass der Rollout zügig weitergehen wird.«

»Wichtig für die gesamte Branche ist nun, dass Gesetzgeber und BSI zügig Unsicherheiten und Zweifel ausräumen«, sagt Karsten Vortanz, Geschäftsführer von Voltaris.

 


  1. Smart Meter Rollout auf gutem Weg
  2. im Gesetz formulierten Anforderungen in vollem Umfang entsprechen

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