Ohne Lithium und Kobalt

Kostengünstige Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien

27. Juni 2022, 10:32 Uhr | Ralf Higgelke
Alsym Energy, Batteries, Lithium
© Business Wire

Eine nicht brennbare Batterietechnologie für Elektrofahrzeuge, stationäre Speicher und Marineanwendungen hat Alsym Energy vorgestellt. Diese soll die Leistung von Lithium-Ionen-Batterien zu halben Kosten bieten, denn die verwendeten Materialien seien kostengünstig und die Lieferketten sei robust.

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»Lithium ist von Natur aus entflammbar und mit allen lithiumbasierten Batterietechnologien sind zahlreiche Risiken verbunden«, sagte Mukesh Chatter, CEO und Mitgründer von Alsym Energy. »Wir möchten die Welt mit kosteneffizienten Energiespeicherlösungen versorgen, die kein Lithium, sondern moderne, von Natur aus nicht entflammbare Batteriematerialien enthalten und aus ungiftigen, leicht verfügbaren Ressourcen hergestellt sind.«

Alsym geht davon aus, dass seine Batterien weniger als die Hälfte der derzeitigen Lithium-Batterien kosten werden, sodass Autohersteller Elektrofahrzeuge zu niedrigeren Preisen als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotoren anbieten können. Da die verwendeten Materialien nicht entflammbar und ungiftig sind, können Batterien nach Unternehmensangaben problemlos an fast jedem Industriestandort hergestellt werden. Überdies können sie in bestehenden Lithium-Ionen-Batteriefabriken zu niedrigeren Betriebskosten gebaut werden, ohne dass Nachrüstungen oder teure Trockenräume, Brandschutzschleusen und Lösungsmittelrückgewinnungssysteme erforderlich sind.

Durch die Verwendung nicht entflammbarer, ungiftiger Materialien werden viele Bedenken in Bezug auf das Ende des Lebenszyklus ausgeräumt, die oft mit Batterien verbunden sind. Die Batterien von Alsym sollen sich überdies viel einfacher recyceln lassen, was zur Entlastung von Entsorgungsbetrieben, Deponien und anderen mit der Entsorgung von Batterieabfällen beauftragten Stellen beiträgt.

Um die Entwicklung dieser kostengünstigen Batteriesysteme zu beschleunigen, kooperiert Alsym mit einem führenden Automobilhersteller aus. Dieser Automobilhersteller werde, so Alsym, einen Vertrag über die Lieferung von Batteriesystemen im Umfang von mindestens 3 GWh pro Jahr für den Einsatz in seinen Produkten abschließen, falls bestimmte Leistungsanforderungen erfüllt werden. Überdies führt Alsym Gespräche mit in der Schifffahrt und im Bereich elektrische Zweiräder tätigen Unternehmen, um ähnliche Partnerschaften zu entwickeln. Das Unternehmen arbeitet zurzeit an der Entwicklung einer Prototyp-Produktionsanlage von 500 kWh in Massachusetts.

»Die meisten Unternehmen fokussieren sich primär auf die Leistung und denken nicht so sehr daran, ihre Batterien auch sicherer und kostengünstiger zu machen – insbesondere für die Entwicklungsländer, in denen die Verbraucher mehr auf die Preise achten«, so Dr. Nitin Nohria, Chairman des Board of Business Advisors von Alsym Energy und ehemaliger Dekan der Harvard Business School. »Unser Team arbeitet an Batterien, die nicht nur den Leistungsansprüchen zu geringeren Kosten gerecht werden, sondern auch die meisten mit der Lieferkette verbundenen Herausforderungen vermeiden, die mit lithiumbasierten Technologien einhergehen. Nicht nur unsere Batterien sind nachhaltig, sondern auch das Geschäftsmodell des Unternehmens.«

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