Irankrieg kontra Wachstumschancen

Deutsche Stromversorgungsbranche in der Bredouille

15. Mai 2026, 08:00 Uhr | Engelbert Hopf
Teilnehmer des Markt&Technik-Forums Stromversorgung
© Componeers GmbH

Nach einem sehr guten Start ins Jahr 2026 könnte der inzwischen seit über zwei Monaten andauernde Irankrieg die Erwartungen der deutschsprachigen Stromversorgungsszene spürbar beeinträchtigen.

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Angezogen hatte das Geschäft in der deutschsprachigen Stromversorgungsszene bereits im Oktober, November letzten Jahres, wie die Teilnehmer des diesjährigen Stromversorgungs-Forums der Markt&Technik übereinstimmend berichteten. „Der Januar war, gut, der Februar war gut und wenn der März auch noch gut wird, dann wird das ein sehr gutes Jahr“, war eine Formulierung, die in dieser oder ähnlicher Form häufig von den Diskussionsteilnehmern zu hören war.

Stromversorgungsforum der Markt&Technik

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Nun hat die deutsche Exportindustrie natürlich keinen Einfluss auf die Überlegungen und Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump, aber natürlich hatten auch die Vertreter der Stromversorgungsbranche Wünsche und Hoffnungen, die mit dem Regierungswechsel in Deutschland verbunden waren. Allein wirklich besser ist die Stimmung seither nicht geworden. „Der Speed, den man erwartet hatte, ist nicht da“, so die Einschätzung der Runde, „es wurden nicht, wie im Wahlkampf versprochen schnelle Entscheidungen getroffen“. Und auch das Thema Bürokratieabbau kommt nur schleppend voran.

In puncto Export in die USA waren sich die Diskussionsteilnehmer darin einig, dass es den Herstellern aus der DACH-Region schnell gelungen sei, sich an die neuen Vorschriften anzupassen, manche berichten gar von deutlich gestiegenen Umsätzen gegenüber den Vorjahren. Dazu trägt offenbar auch eine Haltung bei US-amerikanischen Entscheidungsträgern bei, die sich ganz einfach umschreiben lässt: „Non China“. Es wird von Kunden berichtet, die bis Mitte 2026 komplett China-frei in ihrer Lieferkette sein wollen.

Und dann ist da der „New Rising Star“ der Elektronikbranche: Militärtechnik. Zwar haben einige der Diskussionsteilnehmer bereits in der Vergangenheit Produkte in diesen Bereich geliefert, doch entsteht aus seltenen Gelegenheiten zunehmend ein regelmäßiges Business, dass alle Diskussionsteilnehmer weiter ausbauen wollen. Als Komponenten- und Subsystemhersteller setzt man dabei auch große Hoffnungen auf die aufstrebende deutsche Startup-Branche in diesem Bereich.

Derweil wirft auch die Ende September zum 30ten Mal stattfindende InnoTrans in Berlin ihre Schatten voraus. Natürlich verspricht man sich speziell von Investitionsmilliarden in Sachen Infrastruktur zu profitieren, speziell von den Milliarden, die für die Sanierung und den Ausbau des öffentlichen Schienenverkehrs reserviert wurden. Natürlich stellt sich auch die Frage, fließen die Milliarden hauptsächlich in die Streckentauglichkeit, oder doch in den Rolling-Stock und in die Modernisierung der Anlagen entlang der Bahntrassen?

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