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Haptisches Feedback für Displays

Distec integriert vibrationsfreie Technik von Tanvas

Distec greift die vibrationsfreie Touch-Technik »TanvasTouch« auf und integriert sie in verschiedene Displays.
Distec greift die vibrationsfreie Touch-Technik »TanvasTouch« auf und integriert sie in verschiedene Displays.
© Tom Trenkle | Distec

Das US-Unternehmen Tanvas nutzt frei programmierbare elektrische Felder, um auf Touch-Displays unterschiedliche Oberflächen und Texturen zu simulieren. Nach einer Kooperation mit Taiwans größtem LCD-Hersteller integriert nun auch Spezialdistributor Distec die Technik in seine Displays.

Im Februar 2022 will Distec die ersten Modelle seiner POS-Pro-Monitore und Panel-PCs mit der Technik von Tanvas zum Verkauf anbieten. »Den Anfang machen Geräte mit 10,1", später folgen schrittweise alle Größen der PRO-Serie von 7“ bis 15,6"«, kündigte der Spezialdistributor in einer Mitteilung an. Weitere Display-Größen werden zwar nicht als Standard-Produkte angeboten, sind aber in Form von Entwicklungsprojekten umsetzbar. Als Anwendungsgebiete sieht Distec Automotive-Displays, HMIs für die Heimautomatisierung, Displays im Werbebereich und smarte Oberflächen. Durch die Haptik-Technik kann der Anwender verschiedene Display-Bereiche als unterschiedliche Oberfläche fühlen. Automobilhersteller können mit der Technik z.B. eine Möglichkeit anbieten, um das Touch-Display des Infotainmentsystems mit Hilfe des Tastsinns zu bedienen, sodass der Fahrer dabei die Augen nicht vom Straßenverkehr nehmen muss. Distec hat vor allem Industriekunden als Zielgruppe. »„Bisher bieten wir unseren Industriekunden staub-, wasser-, feuer- und stoßfeste Touch-Monitore an«, erklärt Geschäftsführer Matthias Keller. »Mit TanvasTouch können wir unsere Geräte nun um eine völlig neue Dimension erweitern und die Vielseitigkeit von Touch-Displays mit den haptischen Vorteilen mechanischer Taster kombinieren.«

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Unabhängig von der Display-Form durch Elektroadhäsion

Bei der vibrationsfreien Technik, die unter dem Namen »TanvasTouch« vermarktet wird, erzeugen lokale elektrische Felder das haptische Feedback. Sie verändern den Reibungswiderstand der Oberfläche und lassen sich in Größe, Form und Verhalten frei über eine Schnittstelle per Software anpassen. Diese Flexibilität gilt als großer Vorteil der Technik. Hersteller können mit einem einmal entwickelten Systemkonzept beinahe beliebige Display-Größen und Formen mit haptischem Feedback ausrüsten. Die jeweilige Anpassung findet im Wesentlichen auf dem Level der Software statt. Bei den vibrationsbasierten Methoden (vibrotaktil) müssen die verwendeten Aktuatoren immer auf die Display-Größe und -Form angepasst sein und es gibt Limits bei den möglichen Display-Formen und den IP-Schutzarten.

TanvasTouch fasst Fuß

Die vibrationsfreie Technik wurde über rund zehn Jahre am Neuroscience and Robotics Lab der Northwestern University entwickelt und auf der CES, der größten Fachmesse für Unterhaltungselektronik, im Jahr 2017 erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Das Partnernetzwerk von Tanvas bestand damals vor allem aus kleineren Firmen, die im Bereich Unterhaltungstechnik und Markenbildung tätig sind. Mittlerweile sind etablierte Elektronik-Unternehmen wie Microchip Technology und Innolux, der größte LCD-Fertiger in Taiwan mit 58.000 Mitarbeitern, hinzugekommen. Innolux hat die Technik 2019 in ein 15-Zoll-Display für den Automobilmarkt integriert. Durch die aktuelle Kooperation mit Distec ist ein Display-Spezialanbieter mit Sitz in Deutschland zum Partner-Netzwerk hinzugekommen.


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