Elektroniknet Logo

Agilents Senior Vice President im Interview

»Wir werden uns künftig zu 100 Prozent auf die Messtechnik konzentrieren können«

Guy Séné, Agilent
Guy Séné, Agilent: »Wichtig ist, die Kunden wollen uns und unsere Produkte im Messtechnikmarkt sehen.«
© Agilent

Bis spätestens Ende 2014 wird Agilent in zwei neue unabhängige Unternehmen aufgespalten. Markt&Technik sprach mit Guy Séné, Senior Vice President von Agilent and President der Electronic Measurement Group (EMG) über die Gründe und die Zukunft des neu zu gründenden, derzeit noch namenlosen Messtechnikherstellers.

Markt&Technik: Welche Gründe haben zu der Entscheidung geführt, den Messtechnikbereich von Agilent abzuspalten?

Guy Séné, Agilent: Seit Agilent im Jahr 1999 von Hewlett Packard ausgegründet wurde, haben sich zwei überaus starke Geschäftsbereiche entwickelt, die in ihren jeweiligen Marktsegmenten führend sind. Der Electronic-Test-Bereich beschäftigt weltweit rund 9500 Mitarbeiter und wird im laufenden Geschäftsjahr 2013 auf einen Jahresumsatz von rund 2,9 Milliarden US-Dollar kommen. Im Vergleich dazu arbeiten im Life-Sciences-Segment etwa 11.500 Mitarbeiter, die dieses Jahr voraussichtlich einen Umsatz von rund 3,9 Milliarden Dollar erwirtschaften werden.

Diese Zahlen bezeugen, dass beide Unternehmensteile durchaus in der Lage sind, eigenständig am Markt zu bestehen. Mehr noch: Beide haben reichlich Potential, noch weiter zu wachsen und eine noch stärkere Marktposition zu erlangen. Dazu müssen sich beide jedoch auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Diese Fokussierung erreicht man nur, wenn man alle Ressourcen auf sein eigentliches Know-how ausrichtet. Genau dies erreichen wir, indem wir Life Sciences und Electronic Test jeweils als eigenständiges Unternehmen positionieren.

Aber es gab doch sicherlich auch einige Synergieeffekte, die Sie nun aufgeben.

Nun, verwaltungstechnisch gab es sicherlich Synergien. Doch die beiden Bereiche als solche sind sehr unterschiedlich, sie verfolgen völlig verschiedene Geschäftsmodelle und adressieren unterschiedliche Kundenkreise mit Produkten, die bereichsübergreifend nichts miteinander zu tun haben. Indem jeder Unternehmensteil sich künftig auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann, können beide ihre Ressourcen viel effizienter nutzen - und damit die Basis für weiteres, gesundes Wachstum schaffen.

Bislang verlautete, dass die Messtechniksparte unter einem noch zu findenden Namen eigenständig an die Börse gehen soll. Halten Sie es für möglich, dass der Bereich von einem Finanzinvestor gekauft wird? Prominente Beispiele in Ihrem direkten Wettbewerbsumfeld gibt es ja bereits.

Nein, davon kann keine Rede sein. Wenn wir das gewollt hätten, hätten wir es längst tun können. Angebote gab es sicherlich genügend. Wir wollen mit dem bestehenden Team eine eigenständige Firma aufbauen, die aufgrund der stärkeren Fokussierung auf das, was sie wirklich gut kann - nämlich qualitativ hochwertige, innovative Messtechnik bauen - noch erfolgreicher wird, als sie es bislang schon ist.

Werden alle Mitarbeiter in das neue Unternehmen übernommen?

Ja, denn wir brauchen doch das Know-how unserer erfahrenen Mitarbeiter. Insofern werden wir natürlich an unseren Teams aus Entwicklung, Labor, Produktion, Sales und Marketing festhalten.

Und wie haben die Mitarbeiter auf die Nachricht reagiert?

Momentan herrscht eine Art Aufbruchsstimmung. Die meisten Mitarbeiter sind aufgeregt - aber im absolut positiven Sinne. Sie freuen sich auf die Dinge, die da kommen.


  1. »Wir werden uns künftig zu 100 Prozent auf die Messtechnik konzentrieren können«
  2. Agilent fokussiert sich auf die Kernkompetenzen

Verwandte Artikel

Agilent Technologies SA