Smart Mechanic Center in der Oberpfalz

70 Millionen: Healthineers baut automatisierte Fertigung in Kemnath

16. Juli 2026, 13:51 Uhr | Ute Häußler
Grundsteinlegung in Kemnath: Gäste der Veranstaltung waren Judith Gerlach, bayerische Gesundheitsministerin, Hubert Schicker, Landrat des Landkreises Tirschenreuth, Roman Schäffler, erster Bürgermeister der Stadt Kemnath sowie Elisabeth Staudinger, Mitglied des Vorstandes Siemens Healthineers AG.
© Healthineers

Siemens Healthineers baut seinen Standort Kemnath aus. In der Oberpfalz wurde am 15. Juli der Grundstein für eine neue Montage- und Fertigungshalle für Medizintechnik in der Strahlentherapie gelegt. Im Smart Mechanic Center sollen große mechanische Bauteile hochautomatisiert in Fertigung gehen.

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Siemens Healthineers investiert rund 70 Millionen Euro in die Erweiterung seines Standorts im oberpfälzischen Kemnath. Am 15. Juli 2026 wurde dort der Grundstein für eine neue, 4.500 Quadratmeter große Montage- und Fertigungshalle gelegt, die bis Mitte 2027 in Betrieb gehen soll. An der Zeremonie nahm neben Vertretern der lokalen und Regionalpolitik auch Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach teil.

Die Erweiterung soll als »weitere Entwicklungsphase« das weitere Wachstum des Werks unterstützen und die Automatisierung in der Großzerspanung vorantreiben. »Siemens Healthineers bekennt sich klar zum Standort Deutschland und Kemnath«, sagte Johannes Waldhör als Leiter des Standorts und des Mechatronic-Products-Bereiches bei Siemens Healthineers.

Mechatronik für Medizingeräte

Der Standort Kemnath wurde 1962 gegründet und hat sich seither vom reinen Auftragsfertiger zum Kompetenzzentrum für Mechatronik innerhalb des Healthineers-Konzerns entwickelt. Zu den dort gefertigten Komponenten zählen unter anderem C-Bögen für Angiographie-Anlagen, Tische für Magnetresonanztomographen sowie Bauteile für Analysesysteme der Labordiagnostik. Seit 2022 werden in Kemnath zudem Linearbeschleuniger von Varian für die Strahlentherapie produziert. Bereits 2024 hatte der führende Medtech-OEM eine neue Logistikhalle mit rund 3.500 Quadratmetern am Standort in Betrieb genommen, um der wachsenden Nachfrage nach seinen Bildgebungsprodukten gerecht zu werden.

Smarte Medtech-Produktion

Kernstück des Vorhabens ist das sogenannte Smart Mechanic Center, eine hochautomatisierte Fertigung für große mechanische Komponenten. Dafür entfallen von der neuen Halle rund 3.400 Quadratmeter Produktionsfläche auf den Bereich Strahlentherapie, weitere 300 Quadratmeter sind für einen Logistikbereich vorgesehen. Zusätzlich werden rund 700 Quadratmeter im bestehenden Gebäude modernisiert; beide Gebäude sollen künftig direkt nebeneinanderliegen, um kurze logistische Wege und eine engere bereichsübergreifende Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Bei der Umsetzung berücksichtigt das Unternehmen nach eigenen Angaben durchgängig Nachhaltigkeitsziele, etwa durch Maßnahmen zur Energieeffizienz und eine ressourcenschonende Bauweise. Das neue Gebäude soll CO₂-neutral betrieben werden. Dafür soll unter anderem eine vollelektrische Energieversorgung, LED-Beleuchtung, die Anbindung an die bestehende Wärmeversorgung sowie geplante Photovoltaikflächen und ein Retentionsdach zur Regenwasserspeicherung sorgen. (uh)

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