Ähnlich wie bei Stryker sorgten auch bei GE Healthcare starke Zahlen für eine deutliche Kursreaktion – nur in die entgegengesetzte Richtung. Der US-Medizintechnikkonzern übertraf im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Wall Street und erzielte einen Rekordwert beim Auftragseingang. Der Umsatz stieg um 5,7 Prozent auf 5,3 Milliarden US-Dollar, organisch wuchs der Konzern um 3,5 Prozent, getragen von seinen Sparten Pharmaceutical Diagnostics und Advanced Imaging Solutions. Sein Nettogewinn kletterte auf 561 Millionen US-Dollar, begünstigt auch durch Zollrückerstattungen in Höhe von 129 Millionen US-Dollar; das bereinigte Ergebnis je Aktie wuchs um 6,6 Prozent auf 1,13 US-Dollar.
Besonders bemerkenswert war die Dynamik im Neugeschäft: Die organischen Aufträge sprangen um 11,1 Prozent, das Book-to-Bill-Verhältnis kletterte auf 1,15, der Auftragsbestand erreichte mit 23,9 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert. Anders als bei Stryker fiel die Anlegerreaktion hier deutlich positiv aus – die Aktie legte am Tag der Veröffentlichung um 10,9 Prozent zu.
Patient-Care-Sparte könnte zur Disposition stehen
Parallel zu den starken Zahlen ließ der Konzern durchblicken, möglicherweise sein Patient-Care-Segment zu verkaufen – jenen Bereich, der unter anderem Überwachungsgeräte und Beatmungstechnik umfasst und zuletzt operativ hinter den übrigen Sparten zurückblieb. Für das Gesamtjahr bekräftigte GE Healthcare seine Prognose eines organischen Umsatzwachstums von 3,0 bis 4,0 Prozent bei einer bereinigten EBIT-Marge von 15,4 bis 15,7 Prozent, nachdem der Konzern seine Gewinnprognose bereits im April wegen einer wieder steigenden Inflation um 15 Cent auf eine Spanne von 4,80 bis 5,00 US-Dollar je Aktie gesenkt hatte.