Sommer-Edition: W-Kompakt Medizintechnik

18. August 2026, 8 Bilder
Stryker übertrifft Erwartungen, Aktie fällt trotzdem
© Stryker

Stryker übertrifft Erwartungen, Aktie fällt trotzdem

Auch beim US-Medizintechnikkonzern Stryker liefen die Geschäfte im zweiten Quartal 2026 besser als von der Wall Street erwartet – dennoch fiel seine Aktie am Tag der Veröffentlichung deutlich. Der Nettoumsatz stieg um 9,4 Prozent auf 6,59 Milliarden US-Dollar, organisch legte das Geschäft um 9,0 Prozent zu und lag damit über der Analystenschätzung von 6,58 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte um 17,9 Prozent auf 3,69 US-Dollar und übertraf den Konsens von 3,49 US-Dollar spürbar; das ausgewiesene Ergebnis je Aktie legte sogar um 44,1 Prozent auf 3,30 US-Dollar zu. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich um 170 Basispunkte auf 27,4 Prozent, begünstigt unter anderem durch niedrigere Importzölle.

Getragen wurde das Wachstum von einer breiten Nachfrage über mehrere Sparten hinweg: MedSurg und Neurotechnology wuchsen um 9,7 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar, die Orthopädie-Sparte legte um 9,1 Prozent auf 3,0 Milliarden US-Dollar zu. Einzig das Vascular-Geschäft schwächelte leicht mit einem Rückgang von 0,7 Prozent. Trotz der insgesamt starken Zahlen reagierte die Börse mit einem Kursrückgang von rund 7,5 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Investoren nach den zweistelligen Wachstumsraten des Vorjahres höhere Erwartungen an einzelne Segmente hatten.

Zukauf stärkt das Gefäßgeschäft

Strategisch untermauerte Stryker sein Wachstum im Bereich peripherer Gefäßerkrankungen: Im Mai 2026 schloss der Konzern die Übernahme von Amplitude Vascular Systems ab, einem Spezialisten für intravaskuläre Lithotripsie-Technologie. Der Deal umfasste eine Barzahlung von 435 Millionen US-Dollar plus bis zu 400 Millionen US-Dollar an potenziellen Meilenstein-Zahlungen. Für das Gesamtjahr 2026 hob Stryker seine EPS-Prognose leicht an auf eine Spanne von 14,95 bis 15,10 US-Dollar. Der positive Verlauf des ersten Halbjahres – mit einem Umsatz von 12,6 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 2,02 Milliarden US-Dollar – zeigt zudem, dass sich der Konzern von den Folgen des schweren Cyberangriffs im März 2026 durch die Hackergruppe Handala inzwischen operativ vollständig erholt hat.