Nach mehr als einem Jahrzehnt als VP Medical Robotics bei Kuka wechselt Axel Weber zu Kinova: Als Vice President Medical Europe soll er die europäische Präsenz des kanadischen Herstellers ausbauen und den Rollout von KIMA vorantreiben, Kinovas neuem Robotikarm für Endoskopie und Bronchoskopie.
Als Axel Weber Ende Juni auf LinkedIn seinen Abschied von Kuka verkündete, war die Neugierde groß. In über 14 Jahren beim Augsburger Robo-Hersteller hatte der studierte Ingenieur den Geschäftsbereichs Medizinrobotik maßgeblich geprägt, zuletzt als VP Medical Robotics. So zählt u.a. der für OEMs vorzertifizierte Roboterarm LBR Med zu seinem Wirken.
Nun ist die Katze aus dem Sack: Axel Weber wechselt den Hersteller und ist seit 15. Juli als Vice President Medical Europe bei Kinova angestellt. »Ich freue ich mich, mich dieser spannenden neuen Herausforderung zu stellen«, schrieb er zu seinem Wechsel auf der amerikanischen Business-Plattform.
Bei Kinova soll Weber nun genau das aufbauen, was er bei Kuka über Jahre mitgeprägt hat: eine europäische Marktpräsenz für medizinische Robotik. Wie er in seinem Beitrag schreibt, liege sein Fokus darauf, »Kinovas Präsenz auf dem gesamten Kontinent« auszubauen, Partnerschaften mit Medizingeräteherstellern zu entwickeln und diese bei der Einführung der Plattform zu begleiten. Ausschlaggebend für den Wechsel sei laut Weber, dass Kinova sich »ausschließlich auf medizinische und assistive Robotik« konzentriere – mit der klaren Ambition, die nächste Generation chirurgischer Robotik mitzugestalten.
Erst im Juni 2026 hatte Kinova auf der Jahrestagung der Society of Robotic Surgery mit KIMA seinen ersten eigens für den klinischen Einsatz entwickelten Robotikarm vorgestellt. KIMA wiegt unter 13 Kilogramm, trägt eine Nutzlast von 3 Kilogramm und kommt ohne separate Steuerbox aus. Der vollständig in Kanada entwickelte und produzierte Medizinrobotik-Bauteil ist unter anderem für Endoskopie, Bronchoskopie und chirurgische Eingriffe konzipiert. Die dazugehörige Software erfüllt die Anforderungen von IEC 62304 Class C, das Sicherheitskonzept folgt ISO 14971; als Technologiepartner mit an Bord sind unter anderem QNX, RTI, MedAcuity, MPE und Acontis. Weber soll nun den Rollout von KIMA in Europa vorantreiben.
Kinova selbst blickt in diesem Jahr auf 20 Jahre Firmengeschichte zurück: 2006 im kanadischen Boisbriand (Québec) gegründet, hat sich das Unternehmen auf assistive und kollaborative Robotik spezialisiert und entwickelt sowie fertigt seine Produkte vollständig in Kanada. An der Spitze steht CEO und Mitgründer Charles Deguire, dem Weber in seinem LinkedIn-Beitrag für das Vertrauen und den »herzlichen Empfang« dankte.
Die Kanadier sind sichtlich stolz auf ihren neuen VP: »Als bekannte Persönlichkeit in der medizinischen Robotikbranche gilt er als vertrauenswürdiger und wertvoller Partner im gesamten Sektor«, verkündete Kinova seinerseits in einer eigenen Netzwerk-Vorstellung. Die Latte an Erwartungen dürfte damit ebenfalls hoch gesteckt sein. Viel Erfolg!