Blockchain für den »Smart Exit« Digitales Corona-Zertifikat für den Wirtschaftsstart

Der Corona-Status einer getesteten Person ist in einer Blockchain verankert und so für alle Parteien – Gesundheitswesen, Patienten, Wirtschaft – jederzeit digital nutzbar.
Der Corona-Status einer getesteten Person ist in einer Blockchain verankert und so für alle Parteien – Gesundheitswesen, Patienten, Wirtschaft – jederzeit digital nutzbar.

Damit die Wirtschaft schnell wieder anlaufen kann, hat Ubirch im Rahmen eines Konsortiums ein System entwickelt, das den Corona-Status einer Person fälschungssicher dokumentiert.

»Ein verlässlicher Corona-Status wird in den nächsten Monaten ein ganz entscheidendes Merkmal sein, um wieder zu mehr Normalität zurückkehren zu können. Wir glauben, dass unsere gemeinsame Lösung dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann – vor allem, weil sie sich explizit auch an die Wirtschaft richtet, und nicht nur an den Gesundheitssektor«, sagt Stephan Noller, CEO von Ubirch.

In dem System, das das Konsortium entwickelt hat, wird der Corona-Status einer getesteten Person in einer Blockchain verankert und so für alle Parteien – Gesundheitswesen, Patienten, Wirtschaft – jederzeit digital nutzbar. Dem Konsortium gehören neben Ubirch die Bundesdruckerei, die Universitätsklinik Köln, Lufthansa Industry Solutions, Centogene, Labor Dr. Wisplinghoff, Healex, Digital Health Germany e.V., die Boston Consulting Group (BCG), govdigital eG, mDoc und das Gesundheitsamt der Stadt Köln an.

Menschen mit geringem Infektionsrisiko oder die eine Infektion überstanden haben, können mit einem Gesundheitszertifikat ausgestattet werden, einem »digitalen Corona-Impfpass«. Wer dieses Zertifikat erhalten hat, kann dann beispielsweise in systemrelevanten Einrichtungen arbeiten, mit Immunität wieder in den gewohnten Arbeitsprozess zurückzukehren oder er kann einen internationalen Flug antreten.

Dazu hat sich Ubirch mit Herstellern medizinischer Geräte, Laboren, Kliniken, Klinikdaten-Managementsystemen und Authentifizierungsanbietern zusammen getan, um ein System zu entwickeln, das eine überprüfbare Kette von Prozessergebnissen schafft: von der Bereitstellung einer medizinischen Probe, deren Handhabung in Kliniken sowie anderen Standorten, über den Prozess der (halb-) automatischen Labortests bis hin zur Vorlage bei anfordernden Stellen. Das Konsortium hat mit Partnern aus Nordrhein- Westfalen, Frankfurt und Berlin eine sichere digitale »End-to-End«-Lösung für einen bundesweiten Test-Prozess entwickelt, der auf ganz Europa ausgeweitet werden kann.

Das System umfasst dabei die Prozessschritte der Anamnese von Verdachtsfällen, Probenahmen, Laborauswertungen, Mitteilung der Testergebnisse und Übermittlung der Daten an weitere Stellen, beispielsweise an eine bundesweite zentrale Datenbank.

Die Basis bildet die in einer Blockchain verankerte Prozess-Zertifizierung, die mit der Entnahme einer medizinischen Probe beginnt. Die Probe wird im Testzentrum mit einer pseudonymen Identität des Patienten gekoppelt. Diese pseudonyme Identität generiert ein Identitätsprovider, bei dem es sich um eine sogenannte »Self Sovereign Identity«-Anwendung oder um das Personal handeln kann, das die Proben beim Patienten entnimmt.

Sie wird während des gesamten folgenden Prozesses in Verbindung mit der Probe verwendet und von Ubirch in der Blockchain bei govdigital verankert, um sicherzustellen, dass auch ein Zeitstempel für die Entnahme erfasst wird. Bei jedem Schritt, der Informationen zur Probe hinzufügt oder ändert, erfolgt eine solche Verankerung in der Blockchain.

govdigital, eine Genossenschaft von zehn IT-Dienstleistern der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Kommunen), bietet diesen Service im Rahmen ihrer vertrauenswürdigen und sicheren Blockchain-Infrastruktur für Aufgaben der Daseinsvorsorge an. »Wir freuen uns, das Digitale Corona-Gesundheitszertifikat in den sicheren und vertrauenswürdigen Rechenzentren unserer Mitglieder in einer Blockchain verankern zu können«, sagt Matthias Kammer, Geschäftsführer von govdigital.

Damit die Kette von Ereignissen verifiziert werden kann, kann der Hash der verankerten Daten jeweils von der nächsten Partei zur Überprüfung verwendet werden, die die Probe bearbeitet. Das gilt z.B. für das Labor, das die Entgegennahme der Probe und eine Verknüpfung der Testergebnisse mit dem Hash der vorigen Einheit verknüpft, die die Probe bearbeitet hat. Die Testergebnisse selbst werden nicht in der Blockchain verankert. Sie werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben an die Klinik oder direkt an den Patienten weitergeleitet, der die Ergebnisse und die Kette der Ereignisse nun über den Verifikationsdienst von Ubirch überprüfen kann. An diesem Punkt kann eine komprimierte Version des Ergebnisses – beispielsweise  als verifizierter Nachweis – in eine SSI-Anwendung geladen und bei Bedarf vorgezeigt werden. In ähnlicher Weise ist eine Koppelung des Systems mit Zugangskontrollsystemen bei Produktionsbetrieben, Flughäfen oder anderen Stellen möglich.

In den kommenden Monaten wird die Vorlage eines unanfechtbaren, authentischen, medizinischen Corona-Testergebnisses bei Behörden, Arbeitgebern, in Kliniken und an sicherheitskritischen Standorten zu einem entscheidenden Element für das Hochfahren der Wirtschaft und die Rückkehr zu einem normalen sozialen Leben. Dies auf eine datenschutzfreundliche Art und Weise zu ermöglichen, wird auch entscheidend sein, um Schaden für die Zivilgesellschaft und die Grundrechte zu vermeiden.