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Was raten Experten?

Neu im Team: Aller Anfang ist schwer


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Neu im Team: Aller Anfang ist schwer

Wäre sein Einstieg erfolgreicher verlaufen, wenn er eine Idee nach der nächsten vorgelegt, öfter mal den Vorgesetzten in ein packendes Fachgespräch verwickelt und das Gemurre im Kollegenteam geflissentlich überhört hätte? »Nein, so extrem wäre es auch wieder falsch gewesen«, korrigiert die Personalberaterin. »Leider gibt es für neue Teammitglieder keinen Rat Marke schwarz-weiß. Es kommt auf die Dosierung des an den Tag gelegten Elans an. Die meisten glauben allerdings, sie müssten vom Start weg mit voller Kraft loslegen. Und wundern sich dann, wenn sie scheele Seitenblicke von den erfahrenen Kollegen ernten und der Chef signalisiert bekommt: Mit dem nicht.«

Nichts hassen Alteingesessene mehr als einen neuen Kollegen, der womöglich gerade erst frisch von der Hochschule kommt, aber schon alles besser weiß. Anfangs schmunzeln sie und denken an den Wirkungsgrad neuer Besen. Steht der Neue aber noch nach Monaten unter Strom und wird vielleicht sogar vom Vorgesetzten dafür gelobt, dann ist Schluss mit lustig. »Die Variante ›Hoppla, jetzt komm ich‹ wird nur ganz selten freundlich aufgenommen«, bestätigt Hans Christian Schrader, Psychologe und Mitglied des Hesse/Schrader-Autorenteams im Büro für Berufsstrategie Berlin. Ausnahme: »Vielleicht in einer trendaffinen Werbe- oder Eventagentur, wo es ja ums Auffallen als Profession geht.«

In der Technik freilich treiben Heißsporne das Teamklima schnell unter den Gefrierpunkt. Die Kommunikation geht gegen null. Kooperiert wird nur auf Anweisung. Und enger zusammen schließt sich nur die ursprüngliche Mitarbeiterformation – aber gegen den Störfaktor.

Übereifer, den klassischen Fehler der Stunde Null, begehen Berufsanfänger besonders gern. Doch auch erfahrene Profis tappen leicht in diese Falle, zum Beispiel, wenn sie die im Einstellungsgespräch geäußerten Wünsche des Arbeitgebers wörtlich nehmen und tatsächlich vom ersten Tag an zeigen, was eine Harke ist. Das ist ein schwerer Ausnahmefehler: Gerade in Personalgesprächen noch nicht so geübte Führungskräfte überzeichnen oft ihre Zielsetzungen, weil sie befürchten, ihr Anliegen werde andernfalls nicht verstanden.

 


  1. Neu im Team: Aller Anfang ist schwer
  2. Neu im Team: Aller Anfang ist schwer
  3. Neu im Team: Aller Anfang ist schwer
  4. Neu im Team: Aller Anfang ist schwer